Firmen treiben KI voran - Belegschaft fühlt sich abgehängt
Zürich (awp) - Schweizer Unternehmen setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz. Doch hinter den ambitionierten KI-Plänen der Führungsetagen tut sich laut einer Studie eine deutliche Kluft zur Belegschaft auf. Viele Mitarbeitende fühlen sich demnach unzureichend vorbereitet, schlecht informiert und zunehmend verunsichert.
Manager europaweit blicken einer Umfrage zufolge zuversichtlich aufs Jahr 2026. 91 Prozent von ihnen erwarten ein stärkeres Umsatzwachstum, wie der am Donnerstag veröffentlichte "Pulse of Change"-Report des Unternehmensberaters Accenture zeigt.
Auch in der Schweiz wird mit Rückenwind gerechnet. 67 Prozent der hiesigen Führungskräfte gehen laut der Befragung davon aus, im laufenden Jahr mehr Personal einzustellen. Und das, obwohl 83 Prozent einen weiter zunehmenden wirtschaftlichen, technologischen und geopolitischen Veränderungsdruck erwarten.
KI als Wachstumstreiber
Der Optimismus spiegelt sich in den Investitionsplänen wider: 79 Prozent der Schweizer Führungskräfte planen, ihre Ausgaben für KI im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen. Damit liegt die Schweiz allerdings leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 84 Prozent.
Führungskräfte erachten Investitionen in KI dabei zunehmend als Hebel für Umsatzsteigerungen statt primär für Kostensenkungen, wie es in der Studie heisst.
Während das Topmanagement KI mehrheitlich als strategischen Wachstumskatalysator betrachtet, zeigen sich bei den Mitarbeitenden Vorbehalte. Nur 73 Prozent der Schweizer Mitarbeitenden glauben an das wirtschaftliche Potenzial von KI - gegenüber 82 Prozent der Führungskräfte. Europaweit fällt die Lücke mit 61 zu 84 Prozent noch deutlicher aus.
Mitarbeitende zweifeln an Vorbereitung und Sicherheit
Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei der Umsetzung: Lediglich 22 Prozent der Schweizer Mitarbeitenden fühlen sich im Umgang mit KI-Tools sicher, und nur 46 Prozent fühlen sich im Job sicher.
Dabei hapert es unter anderem an der Kommunikation. Nur gut ein Viertel der Schweizer Mitarbeitenden gibt an, dass die Unternehmensführung klar aufgezeigt habe, wie sich KI auf Rollen, Aufgaben und erforderliche Fähigkeiten auswirken wird.
Führungskräfte sehen die Lage deutlich positiver: 94 Prozent sind der Ansicht, dass die Belegschaft über ausreichende grundlegende Schulungen verfügt - tatsächlich teilen nur 27 Prozent der Mitarbeitenden diese Einschätzung.
Die Ergebnisse basieren auf einer vierteljährlichen Umfrage unter rund 1070 Führungskräften und 900 Mitarbeitenden in Europa aus 20 Branchen. Die Umfrage wurde zwischen November und Dezember 2025 durchgeführt.
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