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Bankrotte, Nachlassstundungen und Konkurse   27.02.2026 17:38:10

Finma schickt MBaer Bank nach Geldwäschereivorwürfen in Liquidation

Bern (awp) - Die MBaer Merchant Bank ist von der Finanzmarktaufsicht Finma in die Liquidation geschickt worden. Die Aufsichtsbehörde hatte zuvor in einem Verfahren gegen die Zürcher Privatbank schwere Mängel bei der Bekämpfung von Geldwäscherei festgestellt.

Der Bewilligungsentzug und die Liquidationsanordnung konnten erfolgen, nachdem die MBaer Bank eine Beschwerde gegen das Finma-Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht zurückgezogen hatte, teilte die Finma am Freitag mit. Die Aufsichtsbehörde hat nun bereits Liquidatoren bei der Bank eingesetzt.

Zudem hat die Finma in vier Fällen Verfahren gegen nicht namentlich genannte Personen eröffnet. Diese seien im Zusammenhang mit den untersuchten Sachverhalten möglicherweise für Verstösse gegen Aufsichtsrecht verantwortlich, heisst es.

Schwere systematische Mängel

Das Finma-Verfahren habe bei der MBaer "schwere systematische Mängel" bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei, aber auch in der Verwaltungsorganisation und im Risikomanagement gezeigt. Diese betrafen vor allem den Umgang mit Kunden, die von der Schweiz oder international sanktioniert wurden. Mit Hilfe der Bank hätten sie etwa behördliche Vermögenssperren umgehen können.

Die Finma hatte das Verfahren gegen MBaer bereits 2024 nach Abklärungen über Kunden in Verbindung mit Russland-Sanktionen eröffnet. Die Untersuchung habe gezeigt, dass 80 Prozent der Kundenbeziehungen erhöhte Risiken aufgewiesen hätten. Zuletzt hätten gar 98 Prozent der entgegengenommenen Vermögenswerte von "Hochrisikokunden" gestammt, schreibt die Behörde.

Für die Aufsichtsbehörde waren damit die Bewilligungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt. "Aus Sicht der Finma waren die systematischen Mängel unter den gegebenen Umständen nicht korrigierbar", heisst es in der Mitteilung.

Massive Vorwürfe aus den USA

Bereits am Vorabend war bekannt geworden, dass die US-Behörden die MBaer als "primäres Risiko für Geldwäscherei" einstufen und der Bank den Zugang zum US-Finanzsystem verwehren wollten. Die Bank habe "hunderte Millionen Dollar im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland durch das US-Finanzsystem geschleust", wurde US-Finanzminister Scott Bessent in einer Mitteilung zitiert.

Konkret sollen MBaer und ihre Angestellten Korruption im Zusammenhang mit russicher Geldwäsche aber auch Terrorismusfinanzierung im Auftrag von Terrororganisation ermöglicht haben, die mit dem Iran verbunden seien. Dazu gehörten die Islamische Revolutionsgarde und ihre Quds-Truppe, so das US-Ministerium.

Mehr als 60 Angestellte

Die MBaer Merchant Bank wurde von dem aus der Bär-Bankfamilie stammende Michael "Mike" Bär aufgebaut, der jahrelang in der Konzernleitung der Julius Bär Gruppe sass. Im Dezember 2018 erhielt das Institut von der Finma die Banklizenz.

Laut der Finma verwaltete die Bank per Ende 2025 Kundenvermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken und führte knapp 700 Kundenbeziehungen. Sie beschäftigte mehr als 60 Angestellte.


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