WEF-Gründer Klaus Schwab will Weltwirtschaftsforum in der Schweiz halten
Bern (awp/sda) - WEF-Gründer Klaus Schwab will das Weltwirtschaftsforum in der Schweiz halten. Es brauche eine neutrale Plattform in der neutralen Schweiz, sagte er im Interview mit der NZZ. Das WEF-Grundstück in Cologny bei Genf solle in öffentliche Hand übergehen.
Der vor einem Jahr als Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurückgetretene Schwab schlägt vor, das wertvolle Grundstück am WEF-Hauptsitz gegen ein lebenslanges Nutzungsrecht der öffentlichen Hand zu übertragen und es so Immobilienspekulationen zu entziehen. "Mir ist wichtig, dass das Forum und die von mir gegründete Stiftung ihrem Zweck und der Schweiz verbunden bleiben", sagte er im Gespräch mit der NZZ in deren Samstagsausgabe.
Damit wolle er auch verhindern, dass das Weltwirtschaftsforum eines Tages nach Singapur oder in die USA verlegt werde. "Wenn sich die künftige Stiftungsleitung der Schweiz verpflichtet fühlt, sehe ich überhaupt keinen Grund, diese Übertragung nicht durchzuführen. Die Stiftung hätte ein lebenslanges Nutzungsrecht", betonte Schwab.
Davos als idealer Veranstaltungsort
Für ihn sei Davos immer der Inbegriff eines globalen Dorfes und damit der ideale Veranstaltungsort für das Jahrestreffen des WEF gewesen. "Ich hatte nie die Absicht, aus der Schweiz wegzuziehen. Wir haben über Orte wie Singapur oder Dubai nachgedacht, aber nicht als Ersatz für Davos, sondern nur als Alternativen im Notfall, wenn aus irgendeinem Grund der Zugang zu Davos nicht möglich gewesen wäre", sagte Schwab.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei das WEF 2002 aus Solidarität für ein einziges Mal nach New York gewechselt. Es sei ein recht erfolgreiches Meeting gewesen. "Aber man hat nur über die damalige Krise gesprochen und nicht wirklich in die Zukunft geblickt. Die Teilnehmer schwärmten aus an unzählige private Veranstaltungen irgendwo in der Stadt", sagte Schwab.
Trennung vom WEF war schmerzhaft
Zu seinem Ausscheiden vor einem Jahr sagte der WEF-Gründer: "Ich habe mich damals zum Rücktritt entschlossen wegen anonymer Vorwürfe, die gegen mich erhoben wurden und sich später als völlig grundlos herausgestellt haben." Eine unabhängige Untersuchung habe die Vorwürfe als unbegründet eingestuft. "Ich wollte das Forum aus dieser Diskussion heraushalten."
Die Trennung vom Forum sei schmerzhaft gewesen, sagte Schwab: "Das Forum und der Stiftungsrat müssen jetzt ihren Weg gehen. Ich will nicht zum Forum zurück, und ich brauche auch keine besonderen Ehrungen."
Und wie wolle der Ende des Monats 88 Jahre alt werdende Schwab in Erinnerung bleiben?, fragte die NZZ. Als jemand, der erkannt und pointiert formuliert habe, dass ein Unternehmen nicht nur eine ökonomische Produktionseinheit sei, sondern ein sozialer Organismus, der auch gesellschaftliche Verpflichtungen habe, antwortete dieser.
"Und als jemand, der erkannt hat, dass in Zukunft globale Kooperation nicht genügend funktionieren wird, wenn sie nur zwischen Regierungen stattfindet", ergänzte Schwab. Alle Träger der Gesellschaft müssten einbezogen werden.
Zum gleichen Thema
| BÖRSE: SCHLUSSBERICHT | 13.03.2026 21:31:29 | Aktien New York Schluss: Anleger bleiben nervös wegen des Iran-Krieges |