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Politik, Regierung, Parlament, Bundesverwaltung   26.03.2026 16:23:10

Armee-Zulieferer Ruag erfüllt erstmals seit 2022 finanzielle Ziele

Bern (awp/sda) - Der bundeseigene Armeezulieferer Ruag MRO weist für das vergangene Jahr einen operativen Gewinn (Ebit) von über sechs Prozent und eine Steigerung des Nettoumsatzes auf 825 Millionen Franken aus. Auch die Liquidität stieg nach eigenen Angaben. Damit sind die finanziellen Ziele erreicht. Anders sieht es bei der Organisation aus.

Damit habe die Ruag MRO die wichtigsten strategischen Ziele des Bundesrates erreicht, hiess es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Unternehmen habe entscheidende, zukunftsrelevante Erfolge erzielen und Altlasten abbauen können. Im neuen Berichtsjahr werde es den angestossenen Kulturwandel vorantreiben und die Zusammenarbeit mit dem Hauptkunden, der Schweizer Armee, partnerschaftlich stärken.

Unpünktlichkeit schlecht für Armeebereitschaft

Als industrielle Hauptpartnerin der Schweizer Armee habe die Ruag MRO einen wesentlichen Beitrag zur Durchhaltefähigkeit der Armee zu leisten, teilte der Bundesrat am Donnerstag schriftlich mit. Die festgelegten strategischen Ziele habe der Konzern "teilweise erreicht". Positiv hervorgehoben wurde die erneute Umsatzsteigerung. Damit hätte die Ruag MRO die finanziellen Ziele erfüllt - zum ersten Mal wieder seit 2022.

Erneut durchzogen sei hingegen die Kundenzufriedenheit ausgefallen. Unter anderem bemängelte der Bundesrat die "ungenügende Termintreue". Diese wirke sich negativ auf die Bereitschaft der Armee aus. Bei sich abzeichnenden Terminproblemen sollen zukünftig frühzeitige Massnahmen ergriffen werden. Ausserdem müsse sich die Kommunikation zwischen der Ruag MRO, der Gruppe Verteidigung und der Armasuisse verbessern, forderte der Bundesrat.

Unregelmässigen wegen Leopard-1-Panzern

Noch laufen Untersuchungen bei der Ruag MRO, wie die Landesregierung erst am Dienstag mitgeteilt hatte. Die Vorfälle reichen zurück in die Zeit der ehemaligen Ruag Holding AG.

Namentlich geht es um die forensische Untersuchung zu den Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit den Leopard-1-Panzern, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verdeutlichte.

Der Rüstungskonzern hatte zudem im vergangenen September für negative Schlagzeilen gesorgt. So muss er für die Aufklärung von betrügerischen Verkäufen und anderen Delikten tief in die Tasche greifen: Mehr als zehn Millionen Franken kostet die Untersuchung durch eine Zürcher Anwaltskanzlei.

Ausserdem musste sich die Ruag von der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) den Vorwurf gefallen lassen, gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Elbit die Verzögerungen bei der Modernisierung der Kommunikationssysteme der Schweizer Armee verantwortet zu haben. Auch bei der Beschaffung von Aufklärungsdrohnen war es zu Ungereimtheiten gekommen.

Die Empfehlungen der EFK setze die Ruag konsequent um und ordne, wo nötig, wirksame Massnahmen an, hiess es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter. So habe das Unternehmen im Berichtsjahr unter anderem eine neue Organisationsstruktur umgesetzt und die Compliance-Prozesse, die Einhaltung der Richtlinien, von externen Experten prüfen und bewerten lassen.


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