Stadler Rail nach Unwetterschäden wieder auf dem Gleis
Bussnang TG (awp) - Stadler Rail sieht sich wieder auf dem Gleis, nachdem Unwetterschäden den Ostschweizer Zugbauer aus der Spur gebracht hatten. Ohne die Unwetterschäden und die Verzögerungen bei den Bestellungen in Berlin hätte das Unternehmen bereits die mittelfristigen Betriebsgewinnziele erreicht.
Dann hätte Stadler bereits im vergangenen Jahr eine Betriebsgewinnmarge von 6 bis 8 Prozent erzielt, sagte Konzernchef Markus Bernsteiner am Mittwoch auf der Bilanzmedienkonferenz in Bussnang TG.
Weil Stadler aber noch unter den Unwetterfolgen von 2024 litt, hat der Konzern im vergangenen Jahr lediglich einen Betriebsgewinn von 160,6 Millionen Franken erzielt, was einer EBIT-Marge von 4,4 Prozent entsprach. Ohne die Unwetterschäden und die schlechte wirtschaftliche Situation in Deutschland hätte der Zugbauer also einen EBIT zwischen 220 und 290 Millionen Franken eingefahren.
Unter dem Strich verdoppelte sich 2025 der Reingewinn beinahe auf 100,7 Millionen Franken. Der Umsatz stieg auf 3,7 Milliarden Franken. Das ist ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Allerdings hatten im Jahr davor verheerende Unwetter das Ergebnis von Stadler Rail zerzaust. Heftige Überschwemmungen im Wallis, Spanien und in Österreich hatten die Produktion in den Werken von Stadler und von wichtigen Zulieferern gestört.
Massnahmen zeigen Wirkung
Die nach der Flutkatastrophe von Valencia umgesetzten Aufholmassnahmen zeigten erste Wirkung und führten zu einer weiteren Verbesserung im zweiten Halbjahr, schrieb Stadler. Dennoch wirkten sich Unwetterschäden an Zulieferern und Infrastruktur weiterhin negativ aus.
Stadler habe die betroffenen Lieferketten zum Teil neu aufbauen, alternative Bezugsquellen erschliessen sowie Produktionsprozesse anpassen müssen. "Die Folgen der massiven Überschwemmung werden jedoch voraussichtlich bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben", hiess es. Beziffern wollte Bernsteiner die Kosten nicht.
Wegen der Unwetter habe Stadler 2024 rund 350 Millionen Franken Umsatz nicht realisieren können. Einen Teil davon habe man bereits im vergangenen Jahr wieder aufgeholt, sagte Finanzchef Raphael Widmer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Die restliche Summe werde Stadler bis 2027 hereinholen. Verloren sind die Umsätze laut Bernsteiner nicht.
Warten auf Abruf
Arg gebremst wurde Stadler auch in Deutschland. Der Konzern hat eigentlich einen Auftrag über 1500 U-Bahn-Wagen von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVB) im Wert von knapp 2 Milliarden gewonnen. Davon seien aber nur 484 Wagen bestellt worden und jetzt im Bau, sagte Bernsteiner. Das Werk in Berlin sei aber auf den ganzen Grossauftrag ausgelegt und damit nicht voll ausgelastet, was auf die Kosten schlage.
Man warte jetzt seit mehreren Jahren auf die Bestellung der nächsten Tranche von gut 1000 Wagen, sagte der CEO weiter. Stadler rechne damit, dass dieser Abruf bis Ende Dezember 2026 erfolgen werde. Das gleiche gelte für den gewonnenen Auftrag über 350 Züge für die S-Bahn Berlin im Volumen von rund 3,5 Milliarden für das Konsortium von Stadler und Siemens.
Zudem schlage die schlechte Wirtschaftslage in Deutschland durch. So habe Stadler unter dem Konkurs von Zulieferern gelitten.
"Mit Blick auf die Rahmenbedingungen sind wir mit dem Jahr 2025 sehr zufrieden. Die Geschäftszahlen entwickeln sich in die richtige Richtung", sagte der Konzernchef. An den bisherigen Zielen hielt er fest.
Für das laufende Jahr 2026 peilt Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an. Dank starkem Auftragsbestand, erhöhtem Produktionsoutput und dem in Deutschland eingeleiteten Effizienzprogramm werde eine EBIT-Marge von über 5 Prozent erwartet, hiess es.
Bis zu 700 neue Jobs in der Schweiz
Auch der Jobmotor brummt weiter: Nachdem im vergangenen Jahr rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden waren, will Stadler in diesem Jahr circa 1000 weitere Stellen schaffen. Davon sollen 200 bis 300 in der Schweiz entstehen zusätzlich zu den 400 Stellen, die im vergangenen Jahr hierzulande geschaffen wurden. Damit würde der Personalbestand des Konzerns bis Ende Jahr auf 18'000 Vollzeitstellen steigen.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Stadler Rail N | 19.95 |
+1.95
+10.83%
|
22.18 | 17.25 | 726'179.00 |