Bertelsmann hält Gewinn bei einer Milliarde - Umsatz stagniert
GÜTERSLOH (awp international) - Der Medienkonzern Bertelsmann hat im Geschäftsjahr 2025 erneut einen Gewinn im Milliardenbereich erzielt. Das Konzernergebnis lag unverändert bei 1,0 Milliarden Euro, hiess es in einer Mitteilung. Der Umsatz habe sich auf 19,0 Milliarden Euro belaufen und damit auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.
24 Milliarden Euro als mittelfristige Zielmarke
Konzernchef Thomas Rabe sprach von einem "soliden Geschäftsjahr" - und hält an einer mittelfristigen Zielmarke von 24 Milliarden Euro Konzernumsatz fest. Diese sei "absolut erreichbar" und weiter nicht vehandelbar, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung dafür sei allerdings eine verbesserte wirtschaftliche Entwicklung mit höheren organischen Wachstumsraten sowie ergänzenden Zukäufen.
Rabe verwies darauf, dass die moderateren Wachstumsraten vor allem auf das wirtschaftliche Umfeld zurückzuführen seien. Die Marktanteile in den einzelnen Geschäften seien weitgehend stabil geblieben oder hätten sich teilweise verbessert.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte 3,0 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem Ergebnis vom Vorjahr mit 3,1 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben belasteten vor allem Wechselkurse und Portfolioveränderungen die Entwicklung. Bereinigt um diese Effekte, darunter den Verkauf von RTL Nederland, liege das Ergebnis leicht über dem Vorjahr.
Investitionen in Milliardenhöhe
Die wirtschaftlichen Investitionen beliefen sich den Angaben zufolge 2025 auf gut 2,1 Milliarden Euro und lagen damit auf Vorjahresniveau. Seit 2021 hätten sich die Investitionen in Wachstumsprogramme auf rund sieben Milliarden Euro summiert.
Für 2026 rechnet der Vorstand unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer insgesamt stabilen Entwicklung. Bei den fortgeführten Geschäften erwartet das Unternehmen ein Umsatz- und Ergebniswachstum.
Zu möglichen Auswirkungen auf die vom Iran grösstenteils blockierte Strasse von Hormus, sagte Rabe, unmittelbare Effekte auf das Geschäftsmodell seien begrenzt. Die Aktivitäten des Konzerns seien überwiegend lokal in den jeweiligen Märkten angesiedelt und weniger von Waren- und Transportströmen abhängig. Indirekt könnten sich jedoch konjunkturelle Folgen deutlich bemerkbar machen. Eine weitere wirtschaftliche Abkühlung würde sich über eine schwächere Konsumnachfrage auch auf Medien- und Dienstleistungsgeschäfte auswirken.
Geplanter Führungswechsel
Personell steht der Konzern vor einem geplanten Führungswechsel: Rabe soll seine Aufgaben zum Jahresende 2026 übergeben. Der Übergang verlaufe planmässig, sagte er. Er sei zuversichtlich, dass er "die Aufgaben zum Jahresende gut in neue Hände von Thomas Coesfeld und Clemens Schwebig übergeben" könne.
Als Nachfolger an der Konzernspitze ist Thomas Coesfeld, Enkel des 2009 gestorbenen Firmenpatriarchen Reinhard Mohn, vorgesehen. Der bisherige Chef der Musiktochter BMG soll den Vorstandsvorsitz zum 1. Januar 2027 von Rabe übernehmen. Coesfeld gehört seit 2024 dem Vorstand an und leitet dort das Musikgeschäft.
Die operative Leitung der RTL Group übernimmt künftig Clemens Schwebig, der zum 1. Mai 2026 in den Konzern eintritt. Damit soll die Führung der Sendergruppe künftig getrennt von der Konzernspitze organisiert werden.
RTL Group und Sky-Übernahme
Die RTL Group als einer der wichtigen Medienbereiche im Bertelsmann-Konzern treibt ihr Streaming-Geschäft weiter voran. Nach Unternehmensangaben setzt der Bereich sein dynamisches Wachstum fort, auch die Zahl der Abonnenten legte zuletzt zu.
Zudem will die RTL Group ihr Geschäft im deutschsprachigen Raum ausbauen und hat die Übernahme von Sky Deutschland geplant. Die EU-Kommission prüft den Zusammenschluss derzeit, da bei grösseren Übernahmen mögliche Wettbewerbsprobleme ausgeschlossen werden müssen. RTL rechnet mit einer Entscheidung im ersten Halbjahr 2026. Mit dem Zusammenschluss würden TV-Sender, Bezahlsender und Streaming-Angebote im deutschsprachigen Raum gebündelt.
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