DocMorris: Urteil über Geschäftsmodell von Konkurrent dm-med im Dezember
Karlsruhe/Heerlen (awp) - Im Rechtsstreit um den neuen Konkurrenten dm-med von DocMorris ist am Mittwoch noch kein Urteil gefallen. Das Landgericht Karlsruhe will am 9. Dezember ein Urteil fällen und machte bei der Verhandlung am Mittwoch deutlich, dass es um die grundsätzliche Zulässigkeit des Geschäftsmodells geht.
"Es geht um ein ganzes Geschäftsmodell", sagte der Vorsitzende Richter Steffen Wesche laut der Nachrichtenagentur DPA. Im Kern steht die Frage, ob der Internetauftritt der Drogeriemarktkette dm und der Versandapotheke dm-med ausreichend voneinander getrennt sind.
Sollte die Wettbewerbszentrale mit ihrer Klage Erfolg haben, könnte dies den Wettbewerbsdruck auf die in Deutschland etablierten Online-Apotheken DocMorris und Redcare Pharmacy verringern. dm ist im Dezember 2025 in den deutschen Versandhandel mit rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Medikamenten eingestiegen und wird als potenziell ernstzunehmender Konkurrent gesehen.
Streit um Trennung der Angebote
Entscheidend ist dabei, ob dm-med für die Kunden als eigenständige Versandapotheke erkennbar ist oder ob das Angebot als Teil des Drogeriegeschäfts von dm erscheint. Richter Wesche stellte dazu die Frage, ob es sich bei dm-med faktisch um "eine Ecke in der Drogerie" oder um eine eigenständige Apotheke handle, die mit der Drogerie kooperiere.
Die Wettbewerbszentrale fordert, dass dm-med das Anbieten und den Verkauf apothekenpflichtiger Arzneimittel an Endverbraucher untersagt wird. Sie argumentierte unter anderem mit dem besonderen Schutzbedürfnis beim Verkauf von Arzneimitteln. Aus ihrer Sicht ist die Trennung zwischen dm und dm-med nicht ausreichend. So würden Kunden über die dm-Homepage gezielt zu dm-med geleitet.
Die Anwälte von dm halten die Angebote dagegen für ausreichend voneinander getrennt. So seien mehrere Klicks nötig, um zu dm-med zu gelangen, zudem gebe es separate Warenkörbe und Rechnungen.
Konkurrenz bislang nur bei rezeptfreien Medikamenten
Für DocMorris betrifft die zusätzliche Konkurrenz durch dm-med bislang nur einen Teil des Geschäfts. dm-med verkauft keine verschreibungspflichtigen Medikamente. DocMorris setzt dagegen insbesondere auf das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten über das E-Rezept als Wachstumstreiber.
Mit einem endgültigen Gerichtsentscheid ist allerdings auch im Dezember nicht unbedingt zu rechnen. Der Rechtsstreit könnte durch weitere Instanzen bis zum Bundesgerichtshof gehen.
Zum gleichen Thema
| RESTRUKTURIERUNG UND TURN-AROUND | 23.09.2026 14:51:11 | Sunrise-CEO: Gewisse Jobs wird es so nicht mehr geben |
Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| DocMorris N | 10.95 |
-0.66
-5.68%
|
11.69 | 8.41 | 492'712.00 |
| Redcare Pharm Br | 62.95 |
-2.75
-4.19%
|
73.80 | 50.50 | 128'955.00 |