DocMorris weist Zusammenhang zwischen ePA-Kritik und Geschäft zurück
Berlin (awp international) - Ein Sprecher von DocMorris hat sich gegenüber AWP zu einem Bericht über Kritik von Hausärzten an der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland und die durch AWP daraus abgeleiteten negativen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von DocMorris geäussert. Einen Zusammenhang mit der Geschäftsentwicklung des Unternehmens weisst er zurück. Die schleppende Nutzung der ePA habe keinen Einfluss auf das E-Rezept-Geschäft der Online-Apotheke, betonte er.
Hausärzte in Deutschland hatten zuvor eine kritische Bilanz zur Anfang 2025 eingeführten ePA gezogen. "Die allerwenigsten Patientinnen und Patienten haben sich ihre ePA einmal angeschaut. Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
ePA laut Verband nur eingeschränkt praxistauglich
Der Verband bezeichnete die ePA als derzeit nur eingeschränkt praxistauglich und verwies auf technische Störungen sowie zusätzlichen Aufwand in den Praxen. Zwar haben rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten eine ePA angelegt bekommen, aktiv genutzt werde sie jedoch bislang nur von wenigen.
DocMorris: E-Rezept unabhängig von ePA-Nutzung
DocMorris betont hingegen, die Zahl der ausgestellten E-Rezepte sei unabhängig von der Nutzung der ePA. Das E-Rezept sei in Deutschland für nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel verpflichtend und funktioniere technisch losgelöst von der elektronischen Patientenakte. Jedes auf Basis eines E-Rezeptes dispensierte Arzneimittel werde automatisch in der in der ePA geführten Medikationsliste vermerkt.
Zudem wachse die Zahl der online eingelösten E-Rezepte kontinuierlich und unabhängig von der Weiterentwicklung der ePA. Als Treiber nennt der Sprecher von DocMorris unter anderem die CardLink-Technologie, für die eine Anschlusslösung über 2027 hinaus gesichert sei.
Auch der Ausbau der Telemedizin verlaufe ungeachtet der Diskussionen um einzelne ePA-Funktionen dynamisch. Die zu DocMorris gehörende Teleclinic habe im vergangenen Jahr den Umsatz um 124 Prozent gesteigert, so das Unternehmen.
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