Coop will mit mehr Filialen und tieferen Preisen Nummer 1 werden
Dietikon (awp) - Coop will nach einem erfolgreichen Jahr 2025 die Preise weiter senken und das Filialnetz ausbauen. Für den CEO bleibt das Ziel die Marktführerschaft.
"Langfristig wollen wir die Nummer 1 im Supermarktgeschäft werden", sagte Coop-Chef Philipp Wyss am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Zuerst liege der Fokus aber darauf, in diesem Jahr die 1000. Filiale zu eröffnen.
"Ich bin optimistisch, dass wir dieses Ziel erreichen werden", sagte Wyss an der Bilanzmedienkonferenz in Dietikon weiter. Mittlerweile stehe man bei 985 Supermärkten.
Mehr Umsatz und Gewinn
Der Expansionskurs von Coop hat sich zuletzt ausgezahlt: Die Detailhandelsgruppe steigerte den Umsatz 2025 um 1,7 Prozent auf 35,5 Milliarden Franken.
Der Betriebsgewinn EBIT ging zwar wegen höherer Abschreibungen um 5,9 Prozent auf 840 Millionen Franken zurück. Unter dem Strich blieb aber ein um 3,6 Prozent höherer Reingewinn von 606 Millionen Franken übrig.
"Wir wachsen bei den Lebensmitteln, im Non-Food-Bereich, bei Transgourmet und bei den Produktionsbetrieben", hob Wyss hervor. "Überall haben wir Marktanteile gewonnen." Und dies trotz eines hart umkämpften Marktes.
Detailhandel unter Druck
Tatsächlich steht der Detailhandel hierzulande derzeit unter Druck. "In der Schweiz gibt man immer weniger aus für Lebensmittel", sagte der Coop-Chef. Und die Zahlungsbereitschaft gehe weiter nach unten.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, senkt der Detailhändler einerseits die Preise. "Wir haben im vergangenen Jahr bei 1900 Artikeln die Preise reduziert", so Wyss. Auch dieses Jahr will das Unternehmen Preissenkungen durchführen, die das Ergebnis mit rund 100 Millionen Franken belasten. Ausserdem baue man das Prix-Garantie-Angebot und die Aktionen aus.
Zum anderen bemüht sich das Unternehmen, die Kosten tief zu halten. "Von 100 Franken Umsatz bleiben uns etwa 33 Franken für Personal, Mieten, Logistik, Betriebskosten und Steuern. Übrig bleiben als Gewinn 1 Franken und 80 Rappen."
Kein Gedanke an Rücktritt
Das Margenpotenzial ist also begrenzt und die Konkurrenz wächst - auch durch die Markteintritte von Discountern aus dem Ausland. Zudem kaufen viele Schweizerinnen und Schweizer im naheliegenden Ausland ein, um Kosten zu sparen.
Trotzdem sieht sich Coop gut aufgestellt, um auch 2026 weiter wachsen zu können. "Ich blicke optimistisch in die Zukunft", so CEO Wyss.
Medienberichte rund um einen möglichen baldigen Rücktritt wies der 60-Jährige bestimmt zurück: "Ich habe noch einige Ziele!" Für die nächsten paar Jahre denke er nicht daran, zurückzutreten.
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