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Unternehmensergebnis   10.03.2026 09:51:08

Lindt&Sprüngli-PS brechen nach Prognosesenkung ein

Zürich (awp) - Die Papiere des Schokoladen-Herstellers Lindt & Sprüngli brechen am Dienstag nach Jahreszahlen massiv ein. Auslöser für die Verkäufe ist die für das laufende Jahr gesenkte Wachstumsprognose. Vor allem deren Begründung wird hinterfragt. Eine deutlich höhere Ausschüttung an die Aktionäre hilft da wenig.

Der PS der Kilchberger verzeichnet um 09.40 Uhr ein Minus von 7,7 Prozent auf 11'210 Franken, im Tagestief waren es gar nur 11'000 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) rückt derweil mit der leisen Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende im Nahem Osten um 1,6 Prozent vor.

Das Problem sind nicht die vorbörslich präsentierten Zahlen für 2025. Mit diesen hat Lindt die Schätzungen der Analysten gemäss AWP-Konsens bei Ebit und Reingewinn leicht übertroffen und bei der Marge gab es eine Punktlandung. Und mit einer Dividende von 1800 Franken je Namenaktie gibt es gar 200 Franken mehr, als die Experten im Schnitt erwartet hatten.

Das Problem ist die gesenkte Guidance für das laufende Jahr. Das organische Wachstum soll nur noch 4 bis 6 Prozent betragen. Dabei hatte das Unternehmen gerade noch im Januar die "übliche" Wachstumsprognose von 6 bis 8 Prozent bestätigt.

Als Grund für gesenkte Prognose nannte Lindt die geopolitischen Unsicherheiten - das ist im Urteil der Analysten ein Feigenblatt. Da Lindt nur rund 1 bis 2 Prozent der Verkäufe im Nahen Osten erziele, habe das kaum einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum der Gruppe, urteilt etwa Bernstein.

Damit kommt gemäss Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel vielmehr auch die Unsicherheit zum Ausdruck, ob Lindt in 2026 auch die Volumen wieder steigern kann. Zur Erinnerung: 2025 ist der Umsatz von Lindt nur dank Preiserhöhungen gewachsen - das Verkaufsvolumen war rückläufig.

In die gleiche Kerbe schlägt die britische Investmentbank Barclays. Es stelle sich die Frage, inwieweit die Prognosesenkung auf die Spannungen zurückzuführen sei und inwieweit sie mit den Problemen bezüglich der verkauften Menge an Schokolade zusammenhänge.

Denn diese Probleme wären "aufgrund der beispiellosen Preisgestaltung" auch ohne den Krieg im Iran aufgetreten, denkt Barclays. 2025 hatte Lindt die stark gestiegenen Rohstoffkosten durch Preiserhöhungen im Umfang von rund 19 Prozent mehr als kompensiert.


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