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Übernahmen, Akquisitionen, Fusionen, MBOs   14.10.2026 18:27:30

Migros darf weitere 38 Tegut-Märkte an Rewe verkaufen

Zürich/Bonn (awp) - Die Migros kommt beim Rückzug aus dem deutschen Detailhandel einen weiteren Schritt voran. Das deutsche Kartellamt hat die Übernahme von 38 Supermärkten der Migros-Tochter Tegut durch Rewe genehmigt. Zwei weitere Standorte darf sie aber vorerst nicht an den deutschen Detailhandelsriesen verkaufen.

Rewe habe sich verpflichtet, die beiden Märkte in den hessischen Städten Marburg und Schlüchtern während vier Jahren nicht zu übernehmen, teilte die Wettbewerbsbehörde am Mittwoch mit. Damit seien die kartellrechtlichen Bedenken ausgeräumt.

Die Wettbewerbshüter befürchten, dass Rewe durch die Übernahme der beiden Märkte eine zu starke Marktstellung in den betroffenen Regionen erhalten würde. Ursprünglich wollte Rewe 40 Märkte übernehmen.

Durch die Übernahme der 38 Märkte gewinne Rewe am nationalen Beschaffungsvolumen deutlich weniger hinzu als 0,2 Prozent, hiess es vom Kartellamt. Eine erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs auf den Beschaffungsmärkten sei deshalb nicht zu erwarten. Mit Beschaffungsmarkt sind hier die Lebensmittel und anderen Waren sowie Dienstleistungen gemeint, die Rewe bei Lieferanten einkauft.

Kartellamt sieht sehr hohe Marktkonzentration

Der deutsche Lebensmittel-Detailhandel ist dominiert von den vier grossen Anbietern Rewe, Edeka, Aldi und Lidl/Kaufland - auf sie entfallen mehr als 90 Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittel-Detailhandel. Hersteller von Lebensmitteln und anderen Supermarkt-Waren haben also nur recht wenige Abnehmer, wodurch ihre Verhandlungsposition eher schwach ist. Für sie ist es eine schlechte Nachricht, dass der eigenständige Abnehmer Tegut vom Markt verschwindet.

Kartellamtschef Andreas Mundt spricht von einer sehr hohen Konzentration im Lebensmittel-Detailhandel. Die Ermittlungen der Behörde zeigten aber auch, dass zwischen den grossen Handelsunternehmen Wettbewerb stattfinde. Daran werde die Tegut-Übernahme nichts ändern.

"Tatsache ist: Die hohe Konzentration allein reicht kartellrechtlich nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen", so Mundt. "Entscheidend ist, ob sich durch die konkrete Übernahme die Wettbewerbsverhältnisse erheblich verschlechtern."

Rewe bewertete die Freigabe als wichtigen Meilenstein. "Die Entscheidung schafft Klarheit und Planungssicherheit für alle Beteiligten", sagte Rewe-Group-Vorstand Peter Maly. "Gleichzeitig eröffnet sie eine langfristige Perspektive für die betroffenen Standorte, ihre Mitarbeitenden sowie die Kundinnen und Kunden." Man wolle die Nahversorgung in den betroffenen Regionen langfristig sichern und die Zukunftsfähigkeit der Standorte stärken.

Edeka soll mehr als die Hälfte bekommen

Bereits Ende September hatte das Kartellamt den Verkauf von 178 Tegut-Filialen an den Konkurrenten Edeka freigegeben. Auch in diesem Fall musste der Käufer auf die Übernahme weiterer 24 Standorte verzichten. Allerdings hat der Münchner Biohändler Vollcorner Beschwerde gegen die Edeka-Freigabe eingelegt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf muss sich nun mit dem Fall befassen.

Zudem erhielt die Smart-Store-Kette Tante Enso grünes Licht für 36 Märkte. Damit ist der Weg aus wettbewerbsrechtlicher Sicht frei für den Verkauf von insgesamt 252 Tegut-Standorten.

Tegut betreibt rund 340 Filialen inklusive rund 40 Teo-Minimärkten. Rund 7400 Mitarbeitende sind für die Kette tätig. Die Genossenschaft Migros Zürich hatte im März angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen. Der Rückzug aus dem verlustreichen Geschäft dürfte die Migros bis zu 600 Millionen Euro kosten.


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