Holcim-Aktie taucht wegen möglicher Aufweichung von EU-Emissionsregeln
Zürich (awp) - Ein Bericht über die Aufweichung der EU-Emissionsregeln hat am Mittwoch die Aktien von Holcim in den Keller getrieben. Auch die Titel von Konkurrent Heidelberg Materials sackten ab. Sollte dieser Bericht zutreffen, würde die Preiserhöhungsmacht der Konzerne für Zement etwas abgeschwächt. Allerdings hätten die Unternehmen auch geringere Kosten.
Am Mittwoch kurz vor Mittag sackt die Aktie von Holcim in einem mehr oder weniger stabilen Gesamtmarkt um 5,6 Prozent auf 77,58 Franken ab. Auch die Aktien von Heidelberg Materials fallen um 6,2 Prozent. Die Amrize-Titel, die davon nicht betroffen sind, steigen dagegen um 0,5 Prozent.
Das deutsche "Handelsblatt" berichtete am Morgen von einer Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU. Unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten schrieb die Wirtschaftszeitung, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel (ETS), abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen zu entlasten, die besonders unter der internationalen Konkurrenz leiden.
Nach bisherigen Plänen sollen diese kostenlosen CO2-Zertifikate in den kommenden 15 Jahren auslaufen und schrittweise durch die CO2-Importgebühr ersetzt werden. Die Gebühr soll genauso hoch sein, wie die Kosten für CO2-Zertifikate innerhalb der EU gewesen wären.
Dies hat die Preise für CO2-Zertifikate verteuert, weshalb Unternehmen wie Holcim oder Heidelberg Materials die Preise für Zement markant erhöht haben. Wenn das Zertifikatsregime zeitlich gestreckt wird, steigen die Preise für Zertifikate weniger stark und damit hätten die Unternehmen weniger Macht, die Preise zu erhöhen.
Das könnte am langen Ende die Margenerhöhungen etwas dämpfen, sagte ein Marktbeobachter. Das hätte aber erst langfristig Auswirkungen auf Holcim. Eine Analystin schrieb, die aktuellen Meldungen würden wohl längerfristig den Emissionshandel nach 2030 prägen. Sie geht daher davon aus, dass kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind - und sieht in der Story noch keinen Wendepunkt.
Dennoch hätten die Investoren das zum Anlass für die Verkäufe der Holcim- und Heidelberg Materials-Titel genommen, sagte ein Marktbeobachter. Auf der anderen Seite hätten die Firmen durch die Aufweichung des Emissionshandels weniger Kosten. Das sei in der heutigen Marktreaktion noch nicht berücksichtigt.
Zudem werde das EU-Emissionsregime nur aufgeweicht, aber nicht abgeschafft. Die Dekarbonisierung sei nicht in Frage gestellt und auch politisch nicht mehr umkehrbar, sagte der Experte.
Ausserdem müsse man bedenken, dass die Holcim-Aktie in den letzten Monaten nur einen Weg gekannt habe: nach oben. "Das macht sie anfällig für irgendwelche News, auch wenn die auf der Zeitachse weit hinten liegen", sagte ein Marktakteur. Durch den heutigen Taucher sei die Holcim-Aktie erst auf das Niveau von vor zwei Wochen gesunken.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Holcim N | 78.46 |
-3.64
-4.43%
|
82.54 | 68.90 | 990'947.00 |