Swisscom-Gewinn auf tiefsten Stand seit eineinhalb Jahrzehnten
Bern (awp) - Die Swisscom hat erneut die Folgen einer Riesenübernahme in Italien zu spüren bekommen. Wegen der Kosten für die Integration von Vodafone Italia sackte der Reingewinn des Schweizer Branchenprimus auf das tiefste Niveau seit fast eineinhalb Jahrzehnten ab.
Der Reingewinn tauchte 2025 um 17,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken, wie die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Das ist das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2011. Damals hatte der "Blaue Riese" einen Milliardenabschreiber auf die Mailänder Breitbandtochter Fastweb von 1,2 Milliarden Franken vornehmen müssen und deshalb einen Gewinneinbruch um über 60 Prozent auf 694 Millionen Franken erlitten.
Nun drückten Abschreiber, Amortisationen und die Kaufpreisallokation für die 8 Milliarden Euro schwere Übernahme von Vodafone Italia aufs Resultat. Zudem fiel das Finanzergebnis deutlich schlechter aus als 2024.
Das operative Ergebnis gab derweil weniger stark nach. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) fiel auf 4,98 Milliarden Franken. Das ist ein Rückgang um 1,2 Prozent im Vergleich zu den Pro-Forma-Zahlen, wenn Vodafone Italia schon im Vorjahr zur Swisscom gehört hätte.
Hier lastete die weitere Erosion im Telekomgeschäft auf dem Betriebsergebnis. Zudem sorgte die Franken-Stärke für Gegenwind. Der Umsatz schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 2,0 Prozent auf 15,05 Milliarden Franken.
Preiserhöhungen auf breiter Front
Um Gegensteuer im Preiskampf zu geben, hat die Swisscom eine historische Wende vollzogen: Erstmals erhöht der Konzern in der Schweiz die Preise für Privatkunden auf breiter Front. Millionen Kunden müssen ab April tiefer in die Tasche greifen.
Dies dürfte dem Telekomkonzern netto einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag einbringen. Es kommt allerdings stark darauf an, wie viele Kunden wegen der Preiserhöhung abwandern werden.
"Das hat einen grossen Einfluss auf den Nettobetrag. Da sind wir im Moment eher vorsichtig. Im Sommer wissen wir mehr", sagte Konzernchef Christoph Aeschlimann am Rande der Bilanzmedienkonferenz in Zürich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Der Aufschlag bei Millionen von Privatkunden der Hauptmarke Swisscom stoppt allerdings die Erosion im Telekomgeschäft nicht. Trotz der Preiserhöhung werde der Umsatz mit Telekomdienstleistungen im laufenden Jahr weiter schrumpfen, sagte Aeschlimann.
Italien besser als geplant
Dafür geht es in Italien besser voran als ursprünglich gedacht. Im vergangenen Jahr hat der Konzern durch die Integration von Vodafone Italia mit der Breitbandtochter Fastweb Synergien von 95 Millionen Euro herausgeholt. Ursprünglich geplant waren nur rund 60 Millionen.
Ein wichtiger Grund sei, dass die Umstellung der Mobilfunkkunden von Fastweb auf das Netz von Vodafone Italia praktisch abgeschlossen sei. Ein wichtiger Meilenstein sei zudem die Lancierung des ersten gemeinsamen Produktportfolios von Fastweb + Vodafone gewesen.
Auf der anderen Seite schlugen im vergangenen Jahr die Integrationskosten für Vodafone Italia in Höhe von 217 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt erwartet der Konzern Integrationskosten bis 2027 von rund 700 Millionen Euro.
Erste Dividendenerhöhung seit 2010
Die Aktionäre sollen von der Riesenakquisition in Italien profitieren. Die Swisscom erhöht die Dividende auf 26 Franken von 22 Franken im Vorjahr. Das ist die erste Erhöhung seit 2010. Davon fliesst gut die Hälfte in die Bundeskasse.
Für das laufende Jahr 2026 peilt die Swisscom einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken erreichen.
Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende weiter auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden.
Zum gleichen Thema
| DIVIDENDE | 12.02.2026 18:18:58 | L'Oreal schwächelt im Luxusgeschäft und in China etwas - Aktie fällt deutlich |
Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Swisscom N | 686.50 |
+13.00
+1.93%
|
689.50 | 545.00 | 93'647.00 |