Fraport will operatives Ergebnis weiter steigern - Aktie zieht an
FRANKFURT (awp international) - Der Frankfurter Flughafen erwartet auch 2026 noch nicht wieder das Fluggast-Aufkommen von vor der Corona-Krise. Im Vergleich zu 2025 dürfte die Zahl der Passagiere aber weiter zunehmen. Zudem rechnet der Flughafenbetreiber Fraport auch an anderen Konzern-Flughäfen mit einer positiven Verkehrsentwicklung. In Verbindung mit Währungseffekten dürfte sich daher das operative Ergebnis 2026 weiter verbessern, wie Fraport am Dienstag in Frankfurt mitteilte. An der Börse fiel die Reaktion positiv aus, auch weil das Unternehmen früher als gedacht wieder Barmittelzuflüsse verzeichnete.
Die im MDax notierte Fraport-Aktie stand zur Mittagszeit über 5 Prozent höher bei 75,55 Euro. Tags zuvor war sie mit 68,50 Euro zeitweise auf ein Jahrestief gerutscht und hatte seit Beginn des Iran-Kriegs somit fast 18 Prozent verloren. Auch dank der gut aufgenommenen Geschäftszahlen hat sich der Abschlag seit Ende Februar mittlerweile auf gut 9 Prozent fast halbiert.
Analystin Elodie Rall von JPMorgan sah das operative Ergebnis für das vierte Quartal um 4 Prozent über der durchschnittlichen Markterwartung. Sie hob aber vor allem den freien Barmittelfluss positiv heraus, der im Vorjahr erstmals seit 2018 wieder positiv gewesen sei - und damit ein Jahr früher als gedacht. Auch der Ausblick auf 2026 klinge recht gut. Die weiteren Kriegsgeschehen blieben aber bei den Anlegern freilich im Fokus.
Bislang erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte keine Auswirkungen des Irankriegs auf das prognostizierte Passagieraufkommen. Aktuell man einen Passagierrückgang um etwa 1 Prozent, berichtete der Manager. So finde derzeit nur etwa ein Drittel der üblichen Flüge in die Region statt. Es sei aber noch zu früh, um langfristige Auswirkungen einzuschätzen.
Nach rund 63,2 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr dürfte die Zahl an Deutschlands grösstem Flughafen im laufenden Jahr auf 65 bis 66 Millionen steigen. Analysten gingen für 2026 zuletzt von rund 65 Millionen Fluggästen aus. Das Rekordaufkommen von rund 70,6 Millionen Passagieren aus dem Jahr 2019 werde aus heutiger Sicht im Jahr 2028 erreicht, sagte Schulte.
Bei den internationalen Beteiligungen ist das Geschäft nach der Pandemie schneller wieder angelaufen. Auf Konzernebene wurden 184 Millionen Fluggäste gezählt und damit das Vorkrisen-Niveau erstmals leicht um 1 Prozent übertroffen. Für 2026 erwartet Fraport auf allen Flughäfen zusammen zwischen 188 und 195 Millionen Passagiere.
Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro, was den durchschnittlichen Schätzungen von Analysten entsprach. Für das neue Jahr peilt Fraport-Chef Schulte einen Anstieg auf bis zu 1,5 Milliarden Euro an. Das wäre im besten Fall etwas mehr als am Markt erwartet. Allerdings dürfte das Konzernergebnis sinken. Als Ursachen nannte das Unternehmen steigende Abschreibungen und höhere Zinskosten etwa durch die Fertigstellung des neuen, rund 4 Milliarden Euro teuren Passagierterminals 3 in Frankfurt.
Der Umsatz lag 2025 konzernweit mit gut 4,4 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von fast 432 Millionen Euro, rund 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Zugleich liefen bei Fraport grössere Investitionsprojekte aus, was in Kombination mit dem Wachstum des operativen Gewinns 2025 netto zu einem Barmittelzufluss führte. Dieser belief sich auf insgesamt 24,4 Millionen Euro. Zuvor hatte Fraport seit 2018 durchgehend Mittelabflüsse verzeichnet.
Vorstandschef Schulte stellte in Aussicht, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt: "Durch das Auslaufen der grossen Investitionsprojekte werden unsere frei verfügbaren Mittel weiter deutlich steigen. Damit gewinnen wir zukünftig mehr Spielräume für den Schuldenabbau und Dividendenzahlungen an unsere Aktionärinnen und Aktionäre." Er bestätigte zudem die Ziele für das Jahr 2030.
Wie bereits bekannt, will der Konzern seinen Aktionären nun zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie eine Dividende zahlen. Für 2025 sollen sie einen Euro je Aktie erhalten, wie der Konzern bereits im Dezember angekündigt hatte. Zuletzt hatte das Unternehmen für das Jahr 2018 pro Anteil 2 Euro ausgeschüttet. Die Gesellschaft gehört mehrheitlich dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt. Die Fraport-Spitze will die Ausschüttungen künftig an der Verschuldung des Konzerns ausrichten.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Fraport I | 75.70 |
+4.05
+5.65%
|
86.95 | 68.20 | 143'503.00 |