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Unternehmensergebnis   11.02.2026 14:24:09

Schindler-Gewinn nimmt Lift nach oben - Aktie rauscht in Keller

Ebikon LU (awp) - Beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler ist im vergangenen Jahr der Gewinn nach oben gefahren. Dennoch rasselte die Aktie in Keller, obwohl der Konzern die höchste Dividende seit Jahrzehnten ausschütten will.

Der Reingewinn stieg auf 1,07 Milliarden Franken, wie das Innerschweizer Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Damit hat Schindler den bisherigen Rekordgewinn aus dem Vorjahr um 6,2 Prozent übertroffen.

Der Betriebsgewinn EBIT kletterte sogar um 9,3 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken. Die operative Marge verbesserte sich auf 12,6 Prozent von 11,3 Prozent im Vorjahr. Eine bessere operative Effizienz, Effekte der Preispolitik und des veränderten Produktmixes, hätten dazu beigetragen.

Damit ist Schindler 2025 das vierte Jahr in Folge operativ besser geworden, seit das Unternehmen im Jahr 2022 in notfallmässig das Steuer herumgerissen hatte, um wieder aus der Krise zu kommen.

Höchste Dividende seit Jahrtausendwende

Von der gesteigerten Profitabilität sollen auch die Anteilseigner profitieren. Der Verwaltungsrat will eine Sonderdividende von 80 Rappen zusätzlich zur normalen Dividende von 6 Franken auszahlen. Diese Gesamtdividende von 6,80 Franken je Titel ist die höchste seit über zwei Jahrzehnten.

Dennoch reagierten die Anleger mit einer Verkaufswelle. Die Partizipationsscheine rauschten bis am frühen Nachmittag um rund 10 Prozent in den Keller. Allerdings hatten die Titel in der letzten Woche beinahe ihr Allzeithoch von 315,80 Franken von Mitte September erreicht.

Bei aller operativen Steigerung gab es auch Gegenwind für das Traditionsunternehmen: So gab der Umsatz um 2,6 Prozent auf 10,95 Milliarden Franken nach. Dabei schlug erneut der starke Franken aufs Ergebnis. Auch die Grundlage für künftige Ergebnisse ist leicht geschrumpft. Der Auftragseingang sank um 0,9 Prozent auf 11,31 Milliarden Franken.

Neuanlagengeschäft auf Talfahrt

Zudem erlitt das Neuanlagengeschäft einen weiteren Umsatzrückgang, der indes durch das Wachstum im Modernisierungs- und im Servicegeschäft mehr als ausgeglichen wurde. Zu diesem Wachstum hätten alle Regionen beigetragen, ausser China, das immer noch der wichtigste Markt der Welt für Neuinstallationen von Liften und Rolltreppen ist.

Dort sorgt die Immobilienkrise für einen weiteren Taucher im Neuanlagengeschäft. Dafür zeigt sich das Service- und Modernisierungsgeschäft stark. Denn China macht mittlerweile rund die Hälfte der weltweit installierten Aufzüge und Fahrtreppen aus.

Besser als erwartet sei auch das Geschäft in den USA und in Deutschland gelaufen, sagte Schindler-Chef Paolo Compagna im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. In den USA sei das Geschäft stabil geblieben, ungeachtet aller Turbulenzen, die US-Präsident Donald Trump verursacht habe.

Liebäugeln mit Akquisitionen

Bei Schindler sei nun die seit 2022 andauernde Phase der operativen Erholung abgeschlossen. Jetzt trete das Unternehmen in eine neue Phase ein. "Wir peilen auch wieder Wachstum an", sagte Compagna. Gleichzeitig werde man den Fokus auf die weitere Verbesserung der operativen Margen beibehalten.

Im neuen Geschäftsjahr 2026 erwartet Schindler ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen. Die EBIT-Marge soll 13 Prozent erreichen.


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