Sika überrascht mit kräftigem Wachstum
Baar (awp) - Dem Bauzulieferer Sika ist offenbar die Wende geglückt. Der Innerschweizer Konzern ist im ersten Halbjahr organisch, also ohne Währungseinflüsse und ohne Akquisitionen, wieder gewachsen. Die Börse dankte es mit einem Kurssprung.
Von Januar bis Juni 2026 setzte Sika mit seinen Produkten, die etwa zur Verstärkung und Abdichtung von Baumaterialien verwendet werden, 5,59 Milliarden Franken um. In Lokalwährungen entspricht dies einem Wachstum von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dem starken Schweizer Franken konnte sich Sika allerdings nicht entziehen. Währungseffekte schmälerten den ausgewiesenen Umsatz um 5,5 Prozent, sodass dieser in Franken gerechnet um 1,5 Prozent zurückging, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Organisches Wachstum kehrt zurück
Bereinigt um Akquisitionen wuchs Sika im ersten Halbjahr organisch um 2,9 Prozent, im zweiten Quartal sogar um 5,7 Prozent. Das markiert einen Wendepunkt: Seit dem dritten Quartal 2025 war der Konzern nicht mehr aus eigener Kraft gewachsen.
Damit übertraf Sika die Erwartungen der Analysten deutlich. Entsprechend positiv fiel das Echo aus. "Das versüsst mir definitiv den Tag", erklärte etwa Patrick Laager von der Berenberg Bank.
Marktanteile gewonnen
Das starke Abschneiden dürfte zumindest teilweise auf Marktanteilsgewinne zurückzuführen sein, die auch Konzernchef Thomas Hasler in der Mitteilung hervorhob. Mit anderen Worten: Sika hat seinen Konkurrenten in allen Regionen Marktanteile abgenommen.
Ein Bremsklotz bleibt allerdings China. Dort schrumpfte das Baugeschäft erneut zweistellig. Auf diese Entwicklung hatte Sika bereits im vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau reagiert. Das Sparprogramm soll allein in diesem Jahr Einsparungen von 80 Millionen Franken bringen.
Gewinn fast gehalten
Bei der Profitabilität musste Sika lediglich leichte Einbussen hinnehmen, nicht zuletzt dank Einsparungen aus einem Effizienzprogramm. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA sank um 0,7 Prozent auf 1,06 Milliarden Franken. Die entsprechende Marge verbesserte sich sogar leicht auf 19,0 Prozent.
Unter dem Strich verdiente der Bauzulieferer mit 552,1 Millionen Franken 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch bei den Gewinnkennzahlen übertraf Sika die Erwartungen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Analysten.
Börse applaudiert
An der Börse wurden die Zahlen mit Begeisterung aufgenommen. Die Sika-Aktien kletterten um knapp 10 Prozent auf 177,00 Franken. Auslöser des Kurssprungs war nicht zuletzt die deutlich angehobene Umsatzprognose für das laufende Jahr.
Neu peilt Sika in Lokalwährungen ein Wachstum von 3 bis 6 Prozent an. Bislang hatte das Unternehmen 1 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt. Dass die Margenziele für 2026 leicht gesenkt wurden, spielte für die Anleger dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Die Sika-Aktien hatten in den vergangenen Jahren nach einer Serie enttäuschender Quartalszahlen eine deutliche Kurs- und Bewertungskorrektur durchlaufen. Mit dem Kurssprung vom Dienstag machten sie ihre bisherige negative Jahresperformance wett.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Sika N | 177.00 |
+15.75
+9.77%
|
177.75 | 134.90 | 377'310.00 |