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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   03.11.2026 16:14:19

Swiss hält Gewinnhöhe trotz fast milliardenschwerer Tankrechnung

Kloten ZH (awp) - Die Swiss hat in den ersten neun Monaten 2026 die Gewinnhöhe trotz der beinahe milliardenschweren Tankrechnung leicht gesteigert. Kräftigen Schub erhielt die Airline im Sommer durch die ungebrochene Reiselust der Menschen.

Von Januar bis September stieg der Betriebsgewinn um 2,5 Prozent auf 421,4 Millionen Franken. Die hohe Nachfrage nach Flugreisen und die erfreuliche Entwickelung im Frachtgeschäft hätten den Mehraufwand für den Treibstoff in etwa ausgeglichen, teilte die Lufthansa-Tochter am Dienstag mit. Der Umsatz kletterte um 5,3 Prozent auf 4,38 Milliarden Franken.

Starken Rückenwind hatte die Lufthansa-Tochter im Sommer. In der wichtigsten Periode des Jahres erzielte die Swiss einen Rekordumsatz und den fünftbesten operativen Gewinn ihrer Geschichte. Besonders auf der Langstrecke und in den Premiumklassen seien die Durchschnittserlöse gestiegen, hiess es. Business- und 1. Klasse seien sehr gut gebucht gewesen, sagte Finanzchef Dennis Weber in einer Telefonkonferenz.

___ Über 1 Milliarde für Kerosin

Allerdings konnte die Swiss ihr operatives Ergebnis nach neun Monaten kaum verbessern, da die Kosten einen neuen Höchststand erreichten. "Die Spar- und Effizienzmassnahmen, die wir frühzeitig eingeleitet haben, entfalten zunehmend Wirkung und verhinderten einen Ergebnisrückgang. Für eine nachhaltige Verbesserung unserer Profitabilität reicht das allein aber noch nicht aus", äusserte sich Weber.

Denn die Swiss musste seit Januar 923 Millionen Franken für Treibstoff bezahlen. Das seien 146 Millionen oder knapp ein Fünftel mehr als im Vorjahr, sagte Weber. Die Kerosinrechnung sei der grösste Kostenblock der Airline. Nachdem die Kerosinpreise nach dem Höhepunkt im April im Zuge des Iran-Kriegs sukzessive wieder gesunken sind, befinden sie sich seit Juli wieder im Steigflug.

Mittlerweile sind die Kerosinpreise nicht mehr weit weg vom Allzeithoch im April. Mit rund 1600 Dollar pro Tonne kostet das Kerosin in Europa derzeit mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Europa hat dabei die höchsten Treibstoffpreise der Welt.

Die Swiss wird allerdings noch nicht voll von der Preisexplosion getroffen. Bis Ende dieses Jahres seien 86 Prozent der benötigten Menge zu günstigeren Preisen gesichert, sagte Weber. Für 2027 seien es noch gut 60 Prozent des Bedarfs. Allerdings habe man die Hälfte davon erst nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs absichern können, als die Preise schon in die Höhe geschossen seien. Deshalb sei der Absicherungseffekt 2027 nicht mehr so gross wie im laufenden Jahr.

___ Ausmass der Preiserhöhungen unklar

Deshalb müsse die Swiss "die gestiegenen Kerosinkosten über höhere Ticketpreise kompensieren", hatte Swiss-Chef Jens Fehlinger am Wochenende in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" gesagt. Wie stark die Preise steigen würden, könne er nicht beziffern. Dies hänge insbesondere von Angebot und Nachfrage ab. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gab nun schon einmal die Grössenordnung bekannt: "Die Ticketpreise werden im nächsten Jahr zweistellig steigen."

Zudem öffne die Swiss die günstigsten Buchungsklassen nicht mehr so früh wie bisher, sagte Weber. Derzeit sind die Kunden offenbar bereit, einen Teil der Mehrkosten zu tragen. "Wir sehen keinen Rückgang der Nachfrage und sind gut gebucht für den Jahresanfang", sagte Weber. Er sei zuversichtlich für die ersten Monate 2027.

Der Gegenwind durch den Treibstoff wird derweil noch grösser. Für das vierte Quartal erwartet die Swiss eine noch stärkere finanzielle Belastung als im dritten Quartal durch die weiter steigenden Kerosinpreise.

Im Gesamtjahr dürfte die Tankrechnung locker die Milliardengrenze knacken, erklärte Weber: "Das wird vermutlich eher in Richtung 1,1 oder 1,2 Milliarden gehen." Und für Anfang nächsten Jahres gehe der Markt nicht von einem wesentlich niedrigeren Preisniveau aus.

___ Swiss der Goldesel

Die Swiss ist dennoch weiterhin mit Abstand die profitabelste Airline im Lufthansa-Konzern. Die Lufthansa selber landete in den ersten neun Monaten sogar in den roten Zahlen, ebenso die Billigflieger des Konzerns. Austrian und Brussels Airlines, die ebenfalls zur Gruppe gehören, mussten derweil operative Gewinneinbrüche hinnehmen.


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