Die SRG konkretisiert ihre Sparziele
Zürich (awp/sda) - Die SRG hat ihre für 2027 angekündigten Sparmassnahmen am Mittwoch im Detail vorgestellt. Mittels Anpassungen von Strukturen, Prozessen, Produktionsmethoden und Partnerschaften sollen 80 Millionen Franken eingespart werden. Das ist weniger als bisher angenommen.
Auf diese Weise könne das Programmangebot im öffentlichen Interesse bestmöglich erhalten bleiben, teilte die SRG mit. Dennoch seien Kürzungen mittel- und langfristig unvermeidbar.
Das Unternehmen plant, seine Managementstrukturen zu vereinfachen und Doppelspurigkeiten abzubauen. Die für Produktion und Verwaltung genutzten Immobilien sollen optimiert werden. Dazu gehört auch die Standortverschiebung der Generaldirektion in Bern. Dadurch erhofft sich die SRG 35,2 Millionen Franken weniger Ausgaben. Gleichzeitig betont sie, dass sie sich nach wie vor zu den Standorten in den Regionen bekennt. Sie sollen bestehen bleiben.
Insgesamt wird, wie die SRG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte, bis Ende 2029 im Vergleich zu 2024 ein unternehmensweiter Abbau von rund 900 Vollzeitstellen notwendig sein. Derzeit werde in den Regionen bereits ein Sparprogramm umgesetzt, das primär den teilweise wegfallenden Teuerungsausgleich kompensiere. Daraus resultiere ein Stellenabbau von rund 300 Vollzeitstellen.
Am insgesamt benötigten Abbau von 900 Stellen habe sich jedoch nichts geändert. Verändert habe sich der Weg dorthin, heisst es auf Anfrage. Das bedeute, dass frei werdende Stellen nicht oder später wiederbesetzt würden. In welchem Umfang die Fluktuation die Anzahl Kündigungen konkret abfedern könne, lasse sich aktuell noch nicht abschliessend beziffern.
SRG überprüft Partnerschaften
Die SRG will weitere 9,1 Millionen Franken mit effizienteren Abläufen, der Reduktion von Gremien, der Bündelung von Produktionsplanung und -steuerung einsparen, sowie 13,2 Millionen Franken durch eine angepasste Herstellungsweise des Programms.
Überprüfen möchte die SRG zudem die Partnerschaften. Konkret soll unter anderem der Schweizer Filmpreis in Zusammenarbeit mit den Partnern neu ausgerichtet werden. Sie erhofft sich dadurch weitere total 2,7 Millionen Franken einzusparen.
Beim Programmangebot sollen die Kosten um 3,7 Millionen gesenkt werden. So wird sich die SRG nach Ablauf des Vertrags in einem Jahr etwa nicht mehr um die Rechte der Champions League im Fussball bewerben. Die Differenz zwischen dem Sparziel von 80 Millionen per 2027 und den nun kommunizierten Massnahmen begründet die SRG unter anderem mit Einmaleffekten.
Leicht bessere Rahmenbedingungen
Die Sparmassnahmen seien unumgänglich, kommentierte Generaldirektorin Susanne Wille. "Wir treiben die Transformation konsequent voran und schaffen die Voraussetzungen für eine moderne, bewegliche und digitale SRG", teilte sie mit.
Erfreulich sei, dass die bereits eingeleiteten Sparmassnahmen stärker wirkten als ursprünglich erwartet, stellte Thomas Egger, Direktor Finanzen der SRG, fest. Dazu gehöre unter anderem die zurückhaltende Wiederbesetzung freier Stellen.
Zudem hätten sich einige Rahmenbedingungen leicht verbessert: Die Werbe- und Sponsoringeinnahmen haben sich vorübergehend stabilisiert, unter anderem dank Grossveranstaltungen. Dadurch hat sich auch der Sparbetrag reduziert: Zuvor hatte die SRG jeweils von einer Budgetkürzung per 2027 von 125 Millionen gesprochen.
Auf längere Sicht bleibe der finanzielle Druck jedoch bestehen - und der gesamte Sparbetrag gleich hoch. Bis 2029 muss die SRG total 270 Millionen Franken einsparen, vor allem aufgrund der vom Bundesrat beschlossenen Rundfunkgebührensenkung.
In den kommenden Monaten möchte die SRG die eingeleiteten Sparmassnahmen weiter detaillieren. In den Regionaleinheiten und Bereichen der SRG werde die Umsetzung vorbereitet. Gleichzeitig kündigt die SRG an, die weiteren Einsparungen für die Jahre 2028 und 2029 zu konkretisieren.
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