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Zusammenfassung: Meldung, welche die Fakten eines Ereginisses zusammenfasst   01.09.2026 12:23:16

Swiss Life streicht fast jeden 20. Job - trotz Gewinnanstieg

Zürich (awp) - Die Versicherungsgesellschaft Swiss Life greift zum Sparhammer: Sie streicht 600 der knapp 11'000 Stellen. Sie macht dies, obwohl sie mit allen mittelfristigen Finanzzielen auf Kurs ist und im ersten Halbjahr einen überraschend hohen Gewinn erzielt hat.

Der Abbau erfolge je etwa zur Hälfte in der Schweiz und im Ausland, teilte Swiss Life am Dienstag mit. Ein Grossteil des Abbaus, den der Versicherer bis Ende 2028 abschliessen will, solle über die "natürliche Fluktuation" erfolgen.

CEO Aellig begründete den Schritt damit, dass man schon jetzt über die bis Ende 2027 dauernde Strategieperiode hinausblicke. "Wir sind in der Mitte des Programms angekommen und bei allen Zielen gut auf Kurs." Auch danach solle es aber profitables Wachstum geben. "Operative Effizienz ist eine Daueraufgabe", so der Firmenchef.

___ Innendienst betroffen

Dabei gehe es auch darum, die Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung und KI zu nutzen. Treffen wird es daher primär Stellen im Innendienst. Die Berater müssten sich hingegen keine Sorgen machen, wie das Unternehmen betonte. "Ein Beispiel: Wir haben interne Reportings, die wir dank der Digitalisierung effizienter machen können", so der CEO. Zudem gebe es auch Doppelspurigkeiten.

Die Swiss Life peilt mit dem Programm Einsparungen von 150 Millionen Franken an, wobei der volle Effekt ab 2029 zu sehen sei. Davor verursache der Abbau auch Kosten.

___ Überraschend hoher Gewinn

Der Stellenabbau kommt, obwohl die Versicherungsgesellschaft ein gutes erstes Halbjahr 2026 hinter sich hat und vor allem mit den Gewinnzahlen die Erwartungen der Analysten klar übertroffen hat. Der Reingewinn stieg in den Monaten Januar bis Juni trotz höherer Steuerrechnungen um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken.

Grundlage dafür war ein 7 Prozent höherer Betriebsgewinn von 967 Millionen. Dabei steuerte das Geschäft mit Finanzberatungen, Vorsorgeprodukten und der Vermögensverwaltung, bei dem der Konzern Gebühren beziehungsweise Fees einnimmt, 430 Millionen bei (+10%).

Es ist das erklärte Ziel von Swiss Life, insbesondere in diesem Geschäftsbereich zuzulegen. Die Fee-Einnahmen nahmen im ersten Semester denn auch um 5 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken zu. Gewachsen sind aber auch die im Versicherungsgeschäft eingenommenen Bruttoprämien, und zwar um 2 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken. Hier sei der Markt in der Schweiz und in Deutschland geschlagen worden, hiess es.

___ Aktionäre sollen profitieren

Gut aufgestellt ist die Swiss Life auch bei der Kapitalisierung. Die sogenannte SST-Quote lag zum Halbjahr bei rund 215 Prozent. Die Versicherung peilt einen Wert von 140 bis 190 Prozent an.

Deshalb lanciert das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm, nachdem das bisherige per Ende Mai abgeschlossen wurde. Das neue Programm hat ein Volumen von 250 Millionen Franken und dauert vom 1. Oktober 2026 bis Ende März 2027. Analysten waren sich im Vorfeld nicht einig gewesen, ob die Versicherungsgruppe schon jetzt ein neues Programm auflegen würde.

Trotzdem gibt es von der Börse keinen Applaus. Die Aktie notiert zur Mittagszeit leicht im Minus. Analysten loben zwar die Resultate und das Rückkaufprogramm. Manche Marktteilnehmer sehen aber den Stellenabbau kritisch und erklären sich damit die zurückhaltende Kursreaktion. Der Versicherer streue damit eine gewisse Unsicherheit.


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