Aktien Schweiz Schluss: SMI erholt sich vom Iran-Rückschlag
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstag vom Rückschlag des Vortages etwas erholt. Angeführt von starken Tech-Werten und avancierenden UBS-Titeln rückte der Leitindex SMI zurück über die Marke von 14'200 Punkten. Gebremst wurde er allerdings von der Schwäche der Schwergewichte Nestlé und Novartis. Derweil blieb die Stimmung angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten unter den Anlegerinnen und Anlegern von Vorsicht geprägt.
Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage zuletzt wieder verschärft. Am Mittwoch verkündete US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe für beendet. Die USA bombardierten nach eigenen Angaben rund 90 militärische Ziele im Iran und das Mullah-Regime reagierte mit eigenen Angriffen. Dabei gerieten auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, die wichtige US-Militärbasen beherbergen, wieder unter Beschuss. Allerdings liess Trump auch verlauten, dass der Iran Kontakt aufgenommen habe und "unbedingt ein Abkommen schliessen" wolle.
Die Lage im Nahen Osten bleibt somit von Widersprüchen geprägt. "Einerseits sorgt die angespannte Lage für Unsicherheit, andererseits gibt es nach wie vor Hoffnung auf eine diplomatische Lösung", sagte ein Marktexperte. Letzteres schien auch an den Ölmarkten beruhigend zu wirken. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel zurück auf das Niveau von 76 US-Dollar, nachdem er zeitweise in Richtung der 78-Dollar-Schwelle vorgerückt war.
SMI erholt sich
Der Leitindex SMI gewann am Donnerstag 0,29 Prozent auf 14'215,30 Punkte, wobei sich am Ende bei den 20 Titeln 12 Gewinner und 8 Verlierer gegenüberstanden. Der Mid-Cap-Index SMIM stieg um 0,20 Prozent auf 3118,39 Punkte und der breite SPI um 0,33 Prozent auf 19'998,19 Punkte.
An den Börsen erholten sich Techwerte weltweit von den jüngsten Gewinnmitnahmen: Hierzulande rückten ABB um 2,8 Prozent und am breiteren Markt VAT um 4,2 Prozent vor. Rückenwind gab der Branche die Ankündigung des Halbleiterriesen Micron, bis 2035 über 250 Milliarden Dollar investieren zu wollen.
Noch stärker waren die Ausschläge in Tech-Aktien, die im breiten Markt gehandelt werden. AMS Osram verteuerten sich um 7,8 Prozent, während Comet, getragen von einer Kaufempfehlung der Bank of America, um 12 Prozent zulegten.
Auch Logitech stiegen um deutliche 3,9 Prozent. Der PC-Zubehörhersteller hatte lange als Wackelkandidat für die SMI-Revision gegolten. Erwischt hat es nun aber die Papiere von Kühne+Nagel (+0,2%) und Swisscom (-0,7%), welche im September den SMI verlassen müssen.
Schwache Schoggititel
Im Finanzsektor kletterten die UBS-Papiere um 1,9 Prozent in die Höhe und Swiss Life gewannen 1,1 Prozent. Einbussen verbuchten dagegen Swiss Re (-1,1%). Klare Kursverluste verzeichneten auch die Schwergewichte Novartis (-1,3%) und Nestlé (-1,0%), während Lindt&Sprüngli PS 2,5 Prozent verloren.
Händler begründeten die Abgaben der Nahrungsmittelhersteller mit verhaltenen Umsatzzahlen von Barry Callebaut. Der weltgrösste Schokoladenproduzent ist im dritten Quartal 2025/26 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und hat die Erwartungen zumeist erfüllt, die Aktie sank dennoch um 4,1 Prozent. Fragezeichen gebe es zur Profitabilität, hiess es.
Im breiten Geschäft erzielten die Titel der Industriegruppe Dätwyler (+3,1%) dagegen Kursgewinne. Für Rückenwind sorgte eine Erhöhung der diesjährigen Finanzziele durch Branchennachbar Schott Pharma. Daraus zogen Analysten im Vorfeld der in drei Wochen anstehenden Halbjahreszahlen positive Rückschlüsse.
Infracore feierte am Donnerstag das Börsendebut. Das Spitalimmobilien-Unternehmen startete ohne Kurssprung in sein Börsenabenteuer. Die Aktien schlossen bei 54,00 Franken und damit auf dem Niveau des Ausgabepreises. An der Börse will Infracore seine Sichtbarkeit erhöhen und ins weitere Wachstum investieren.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
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| Swiss Life Hldg N | 927.60 |
+9.80
+1.07%
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949.00 | 829.00 | 36'570.00 |