Wieder mehr Gütertransporte durch die Schweiz
Bern (awp/sda) - Der transalpine Güterverkehr durch die Schweiz hat im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent zugenommen. Dies meldete der Kombi-Verkehrsanbieter Hupac mit Sitz in Chiasso. Das Wachstum sei trotz grosser Herausforderungen durch zahlreiche Baustellen erfolgt.
Insgesamt beförderte die Hupac Gruppe 2025 rund 40'000 Sendungen mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Wachstum im Kerngeschäft, dem transalpinen Verkehr durch die Schweiz, kam jedoch nur durch die Übernahme von Fahrten auf der Achse Belgien-Italien zustande. Ohne diesen Effekt wäre das Volumen zum zweiten Mal in Folge gesunken.
Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi nannte die Mengenentwicklung "insgesamt erfreulich, insbesondere wegen grosser Herausforderungen, wie etwa der Vollsperrung der Rheintalstrecke im verkehrsstarken Monat Juni". Die Probleme mit der Schieneninfrastruktur bleiben gemäss Hupac auch 2026 bestehen. So wird die Rheintalbahn in Deutschland im Frühling für zwei Wochen gesperrt. In Italien ist im Sommer eine fünfwöchige Sperrung der Strecke zwischen Iselle und Domodossola geplant.
Damit Lieferverspätungen minimiert werden können, forderte Hupac nun für Baustellen und Umleitungen Kapazitäten von mindestens 90 Prozent auf den Ausweichstrecken sowie eine bessere internationale Koordination der Bautätigkeiten. Das Unternehmen selbst setzt seit Anfang Jahr ausserdem auf eigene Massnahmen. Auf wichtigen Strecken würden beispielsweise häufigere Verbindungen angeboten.
Keine Trendwende bei Lastwagenfahrten
960'000 Lastwagen fuhren 2025 durch die Schweiz. Damit wurde das Verlagerungsziel von 650'000 Lkw-Fahrten pro Jahr erneut deutlich verfehlt. Eine Trendwende sei nicht in Sicht, so Hupac.
Zum vierten Mal in Folge habe die Schiene gegenüber der Strasse Marktanteile verloren, schrieb das Bundesamt für Verkehr (BAV) dazu. Die Bahn beförderte demnach 7,5 Prozent weniger Güter durch die Alpen als 2024. Die Zahl der Lkw-Fahrten hingegen blieb unverändert.
Die Gründe hierzu sieht das BAV bei der "ungenügenden Qualität und Zuverlässigkeit im Schienengüterverkehr" - insbesondere in Deutschland. Hinzu komme die angespannte wirtschaftliche Lage.
Deshalb sei es wichtig, dass die Betriebsbeiträge für den Kombinierten Verkehr auch nach 2030 weitergeführt werden, forderte Hupac. So könne die Politik ein klares Signal setzen und zumindest teilweise von zusätzlichen Kosten entlasten, die durch die aktuelle Infrastruktur und nicht erreichte Produktionsziele entstehen.
Dies habe der Bundesrat bereits angekündigt, schrieb das BAV dazu. Ausserdem sei das Gremium um eine rasche Modernisierung der Bahninfrastruktur in den Nachbarländern bemüht. Auch für die von Hupac geforderten Massnahmen wolle sich der Bundesrat einsetzen.
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