Clientis-Gruppe macht im Nullzinsumfeld 2025 weniger Gewinn
Bern (awp) - Die in der Clientis-Gruppe zusammengeschlossenen Regionalbanken haben im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht. Das Hypothekarvolumen stieg aber weiter an.
Die 14 zur Gruppe gehörenden Regionalbanken machten 2025 einen Konzerngewinn von 60,3 Millionen Franken und damit 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Der Geschäftserfolg als Mass der operativen Leistungsfähigkeit ging ebenfalls um 5,4 Prozent auf 70,6 Millionen zurück.
Der gesamte Betriebserfolg - also der Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft - wird mit mehr oder weniger stabilen 201,5 Millionen angegeben (+0,6%). Diese sei trotz des anspruchsvollen Nullzinsumfelds und dank Diversifikation der Ertragsquellen gehalten worden.
Etwas weniger verdienten die Banken der Gruppe allerdings im Zinsengeschäft, dem mit einem Anteil von 76 Prozent am Gesamterfolg wichtigsten Ertragspfeiler. Der Netto-Zinserfolg sank um 0,9 Prozent auf 152,3 Millionen.
Wachstum bei Hypotheken
Die Ausleihungen an Kunden stiegen derweil um 4,0 Prozent auf 12,7 Milliarden Franken, wobei im Kerngeschäft die Hypothekarforderungen mit +4,7 Prozent noch etwas stärker zulegten. Rund 98 Prozent der Ausleihungen seien dabei durch Grundpfand oder anderweitig gesichert. Erneut konnten zudem ausfallbedingte Wertberichtigungen aufgelöst werden, so Clientis.
Im kleineren Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erzielten die Regionalbanken dagegen einen höheren Erfolg (+7,6% auf 27,7 Mio). Das Depotvolumen nahm dank Neugeldern und dank der positiven Börsenentwicklung um 12,3 Prozent zu auf 3,9 Milliarden Franken. Die Kundengelder wiederum legten um 6,6 Prozent auf 10,9 Milliarden zu, womit der Kundendeckungsgrad auf 85,2 Prozent anstieg.
Während die Erträge insgesamt leicht zulegten, erhöhte sich der Geschäftsaufwand deutlicher - und zwar um 2,7 Prozent auf 114,7 Millionen. Die Cost/Income-Ratio- also das Verhältnis von Geschäftsaufwand zum Betriebsertrag - verschlechterte sich vor Abschreibungen auf 56,9 Prozent von 55,8 Prozent 2024. Damit liegt die für die Banken wichtige Kennzahl aber weiter unter der eigenen Zielmarke von 60 Prozent.
Kostendruck am Finanzplatz
In ihrem Ausblick zeigt sich Clientis optimistisch: Als substanzstarke Regionalbanken-Gruppe sei man gut auf künftige Veränderungen vorbereitet und gehe mit Zuversicht durch das Jahr 2026, heisst es.
Digitalisierung, technologischer Wandel, steigende Cyberrisiken und regulatorische Anforderungen würden insbesondere für kleinere Banken den Kostendruck erhöhen. Hier würden die Skalierungsvorteile der "Clientis Banking Solutions Plattform" zum Tragen, die von einem Drittel der Schweizer Regionalbanken genutzt werde.
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