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Neue Produkte und Dienstleistungen   15.02.2026 15:03:10

BLV-Vizedirektor rügt Nestlé im Babymilch-Fall

Bern (awp) - Der Vizedirektor des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Michael Beer, übt im "SonntagsBlick" deutliche Kritik an Nestlé und Danone im Zusammenhang mit verunreinigter Säuglingsmilch. Einzelne Konzerne hätten schneller reagieren müssen. Bei einer möglichen Gesundheitsgefährdung müsse "sofort breit zurückgerufen werden - lieber zu viel als zu wenig", so Beer - "erst recht, wenn es um Babynahrung geht!".

Nestlé hatte das Problem mit dem Toxin Cereulid Anfang Dezember als erster Hersteller festgestellt. Zunächst sei eine Produktionslinie in den Niederlanden als Ursache vermutet worden, später habe sich gezeigt, dass das Toxin mutmasslich in einem aus China stammenden Öl eines Zulieferers enthalten gewesen sei. In der Folge wurden betroffene Produkte zurückgerufen. Neben Nestlé sind auch Danone sowie Lactalis involviert.

BLV prüft mögliches Fehlverhalten

Ob die Hersteller ihren gesetzlichen Sorgfaltspflichten vollumfänglich nachgekommen sind, ist laut Beer noch Gegenstand von Abklärungen. "Das können wir Stand jetzt noch nicht beurteilen", sagt er. Sollten Unternehmen Zeit verstreichen lassen oder ihre Pflichten verletzt haben, drohten Bussen oder Strafverfahren. Man werde den Fall "lückenlos aufarbeiten". Beer betont: "Lebensmittelsicherheit steht an erster, zweiter und dritter Stelle."

In der Schweiz wurden dem BLV bislang 15 mögliche Krankheitsfälle gemeldet. Laboranalysen laufen, erste Resultate werden kommende Woche erwartet. Selbst wenn das Toxin nachgewiesen werde, sei dies allerdings nicht automatisch ein Beweis für die Ursache der Erkrankungen, so Beer. Zudem verweist er auf strukturelle Herausforderungen beim internationalen Informationsaustausch, da die Schweiz nicht vollständig in das EU-Lebensmittelsicherheits-System eingebunden ist.


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