Aufsichtsbehörden, Regulierungen
02.02.2026 18:21:25
Die Fachleute der EFSA schlugen am Montag konkret für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor. Ziel ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten. Die Europäische Kommission hatte die Behörde dazu aufgefordert, Empfehlungen zu Cereulid in Kinderprodukten auszusprechen.
Der Nahrungsmittelriese Nestlé begrüsste die Risikobewertung der EU-Behörde. Diese schaffe mehr Klarheit über die Regeln zur Lebensmittelsicherheit in Säuglingsnahrung, teilte eine Konzernsprecherin der Nachrichtenagentur AWP mit.
___ Folgen weitere Rückrufe?
Der von der EFSA festgelegte kurzfristig tolerierbare Aufnahmewert von 0,014 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht entspricht einer Menge von 0,43 Nanogramm pro Gramm Produkt. Nestlé verwendet laut eigenen Angaben derzeit jedoch einen strengeren Wert von 0,2 Nanogramm pro Gramm. Man orientiere sich damit am Grundsatz, dass der Stoff möglichst gar nicht nachweisbar sein soll, erklärte die Sprecherin weiter.
Es war zunächst unklar, ob die neue EU-Empfehlung zu weiteren Rückrufaktionen führen würde.
Seit Dezember haben mehrere Hersteller, darunter Giganten wie Nestlé, Danone und Lactalis, aufgrund eines Risikos der Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern, darunter auch der Schweiz, Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Auch der Schweizer Hersteller Hochdorf war betroffen. Hintergrund ist gemäss der Industrie ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China.
___ Abkochen zerstört Gift nicht
Cereulid ist laut EFSA ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann. Das Toxin ist extrem hitzestabil. Es wird selbst durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren nicht zerstört.
Eltern sollten zurückgerufene Produkte auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch. Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen.
In Frankreich wurden zwei strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, nachdem zwei Säuglinge gestorben waren, die von Nestlé zurückgerufene Säuglingsmilch getrunken hatten. Das französische Gesundheitsministerium erklärte, dass bislang kein direkter Zusammenhang zwischen dem Verzehr der Milch und den Todesfällen hergestellt werden konnte.
Europäische Behörde empfiehlt Cereulid-Grenzwerte für Milchpulver
Rom (awp/sda/afp/dpa) - Nach weltweiten Rückrufen von Babynahrung hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA einen Grenzwert für das teils in Milchpulver festgestellte Gift Cereulid vorgeschlagen. Nestlé begrüsste den Entscheid und erklärte, bei Kontrollen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber dem Gift anzuwenden.Die Fachleute der EFSA schlugen am Montag konkret für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor. Ziel ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten. Die Europäische Kommission hatte die Behörde dazu aufgefordert, Empfehlungen zu Cereulid in Kinderprodukten auszusprechen.
Der Nahrungsmittelriese Nestlé begrüsste die Risikobewertung der EU-Behörde. Diese schaffe mehr Klarheit über die Regeln zur Lebensmittelsicherheit in Säuglingsnahrung, teilte eine Konzernsprecherin der Nachrichtenagentur AWP mit.
___ Folgen weitere Rückrufe?
Der von der EFSA festgelegte kurzfristig tolerierbare Aufnahmewert von 0,014 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht entspricht einer Menge von 0,43 Nanogramm pro Gramm Produkt. Nestlé verwendet laut eigenen Angaben derzeit jedoch einen strengeren Wert von 0,2 Nanogramm pro Gramm. Man orientiere sich damit am Grundsatz, dass der Stoff möglichst gar nicht nachweisbar sein soll, erklärte die Sprecherin weiter.
Es war zunächst unklar, ob die neue EU-Empfehlung zu weiteren Rückrufaktionen führen würde.
Seit Dezember haben mehrere Hersteller, darunter Giganten wie Nestlé, Danone und Lactalis, aufgrund eines Risikos der Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern, darunter auch der Schweiz, Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Auch der Schweizer Hersteller Hochdorf war betroffen. Hintergrund ist gemäss der Industrie ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China.
___ Abkochen zerstört Gift nicht
Cereulid ist laut EFSA ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann. Das Toxin ist extrem hitzestabil. Es wird selbst durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren nicht zerstört.
Eltern sollten zurückgerufene Produkte auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch. Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen.
In Frankreich wurden zwei strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, nachdem zwei Säuglinge gestorben waren, die von Nestlé zurückgerufene Säuglingsmilch getrunken hatten. Das französische Gesundheitsministerium erklärte, dass bislang kein direkter Zusammenhang zwischen dem Verzehr der Milch und den Todesfällen hergestellt werden konnte.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
|---|---|---|---|---|---|
| Nestle N | 75.51 |
+2.08
+2.83%
|
82.02 | 70.29 | 2'976'399.00 |
| Nestle Sa CDR-Reg S | 22.29 |
+0.52
+2.39%
|
24.70 | 21.69 | 400.00 |