News story
Neue Produkte und Dienstleistungen   10.02.2026 13:57:11

Nestlé-Milchpulver: Toxin bei kranken Babys in Belgien nachgewiesen

Brüssel/Vevey (awp) - In der belgischen Region Flandern sind laut Behördenangaben bei fünf erkrankten Säuglingen Spuren des Toxins Cereulid im Stuhl nachgewiesen worden. Es handelt sich um wenige Monate alte Kinder, die zuvor zurückgerufene Produkte des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé konsumiert hatten.

Die Babys zeigten demnach nur milde Beschwerden, wie die Gesundheitsbehörde der flämischen Regionalregierung am Dienstag mitteilte.

Für die betroffenen Produkte gilt in Belgien seit dem 5. Januar ein Rückruf. Die Chargennummer des Milchpulverprodukts, das die Babys in Flandern krankmachte, gehörte zu diesem Rückruf, wie die Behörde weiter mitteilte. Eltern wurden aufgefordert, Milchpulver anhand der Rückruflisten des Konzerns respektive der Behörden zu prüfen.

Nestlé erklärte, bislang von den flämischen Behörden keine offiziellen Informationen zu diesen Fällen erhalten zu haben. "Wir freuen uns zu hören, dass es den Babys gut geht und sie sich, wie in den Medien berichtet, vollständig erholt haben", erklärte eine Unternehmenssprecherin der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Der Konzern stehe den Behörden für Rückfragen oder weitere Abklärungen zur Verfügung.

Mehrere Hersteller von Säuglingsnahrung, neben Nestlé auch Danone und Lactalis oder das Schweizer Unternehmen Hochdorf, haben seit Ende 2025 aufgrund eines Risikos von Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Hintergrund ist gemäss der Industrie ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China. Cereulid kann innert kurzer Zeit Durchfall und Erbrechen auslösen.

Aus mehreren Ländern gibt es Berichte über erkrankte Kinder, darunter auch aus der Schweiz. In Frankreich ermitteln die Behörden nach zwei Todesfällen von Säuglingen, die kontaminierte Babymilch getrunken haben sollen. Ein Zusammenhang mit der verunreinigten Nahrung wurde bislang nicht nachgewiesen.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente