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Unternehmensergebnis   02.03.2026 09:08:12

SNB schreibt Gewinn dank Goldpreisexplosion

Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat letztes Jahr vom hochschnellenden Goldpreis profitiert. Der starke Franken war hingegen ein Belastungsfaktor. Wie bereits bekannt, werden Bund und Kantone eine Ausschüttung von 4 Milliarden Franken erhalten.

Die SNB weist für das Jahr 2025 einen definitiven Gewinn von 26,1 Milliarden Franken aus, wie sie am Montag mitteilte. Damit fällt der Gewinn noch ganz leicht höher aus als Anfang Jahr vermeldet: Damals war von einer Grössenordnung von 26 Milliarden die Rede gewesen.

Das Ergebnis hängt stark von der Entwicklung an den Finanzmärkten ab und kann entsprechend stark schwanken. 2024 war ein Gewinn von 80,7 Milliarden erzielt worden, in den zwei Jahren davor Verluste von 3,2 Milliarden und 132,5 Milliarden.

___ Gold 46 Prozent teurer

Der Hauptgrund für den hohen Gewinn im 2025 war der im Jahresverlauf um knapp 46 Prozent gestiegene Goldpreis. Damit sei auf dem unveränderten Goldbestand von 1040 Tonnen ein Gewinn von 36,3 Milliarden erzielt worden, so das Communiqué.

Auf ihren Fremdwährungspositionen und auf den Frankenpositionen erlitt die Notenbank hingegen Verluste von 8,8 und 0,9 Milliarden Franken. Der Betriebsaufwand belief sich derweil auf 0,4 Milliarden Franken.

___ Dollarschwäche wirkt sich auf

Die Notenbank sitzt bekanntlich auf einem gewaltigen Berg an Fremdwährungen. Diese waren vor allem zur Verteidigung des Euro-Mindestkurses und nach dessen Aufgabe 2015 zur Schwächung des Franken gekauft worden. Ende 2025 machten die Devisenanlagen 759 Milliarden Franken aus - gut 5 Milliarden mehr als Ende 2024.

Im letzten Jahr verloren vor allem der US-Dollar (-12,3%), der japanische Yen (-12,4%) und das britische Pfund (-6,0%) gegenüber dem Franken stark an Wert. Und auch der Euro gab nach, wenn auch mit -0,9 Prozent nur leicht. Insgesamt fiel der Wechselkurserfolg in der Erfolgsrechnung mit -53 Milliarden in der Folge tiefrot aus, nachdem im Vorjahr ein Plus von knapp 25 Milliarden resultiert hatte.

Verringert wurde der Verlust auf den Fremdwährungspositionen im letzten Jahr von einem erneut hohen Zinsertrag (+12,8 Mrd), Kursgewinnen auf Aktien etc. (+28,3 Mrd) und einem Dividendenertrag (+3 Mrd).

Der Verlust auf den Frankenpositionen stammt derweil im Wesentlichen aus der Verzinsung der Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB in Höhe von 0,6 Milliarden, dazu kamen vor allem noch Zinsaufwände aus liquiditätsabschöpfenden Operationen.

___ Neue Vereinbarung nötig

Vom Gewinn hat die SNB 12,7 Milliarden Franken an die Rückstellungen für Währungsreserven zugewiesen. Die Nationalbank strebe eine robuste Bilanz mit hinreichendem Eigenkapital an, um auch mögliche hohe Verluste absorbieren zu können, schreibt sie dazu. Daher seien jährliche Zuweisungen an die Rückstellungen erforderlich. Sie wird anhand der BIP-Zuwachsraten berechnet, wobei dieses Jahr eine Mindestzuweisung von 10 Prozent des Bestandes zur Anwendung kam.

Nach Berücksichtigung der bestehenden Ausschüttungsreserve von 12,9 Milliarden resultierte für 2025 damit ein Bilanzgewinn von 26,3 Milliarden Franken. Dies ermöglicht eine (maximale) Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von insgesamt 4 Milliarden Franken. Nach diesen Auszahlungen werde die Ausschüttungsreserve 22,3 Milliarden betragen.

Die Gewinnausschüttung, die zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone geht, erfolgt gemäss einer Vereinbarung zwischen dem Finanzdepartement und der Nationalbank aus dem Jahre 2021. Gemäss dieser besteht die Gewinnausschüttung aus einem Grundbetrag von 2 Milliarden Franken, der ausgeschüttet wird, sofern ein Bilanzgewinn von mindestens 2 Milliarden Franken vorhanden ist.

Hinzu kommen vier mögliche Zusatzausschüttungen von je 1 Milliarde Franken, die vorgenommen werden, wenn der Bilanzgewinn 10, 20, 30 oder 40 Milliarden Franken erreicht. Die aktuelle Regelung endet mit der Ausschüttung für das Jahr 2025. Für die Zeit ab dem Geschäftsjahr 2026 handeln das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) und die SNB derzeit eine neue Vereinbarung aus.


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