Zentralbanken
19.03.2026 13:21:10
Mit diesem Instrument will das Direktorium um Präsident Martin Schlegel einer zu schnellen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken. Bereits Anfang März hatte die SNB ihre Wortwahl zu den Devisenmarktinterventionen leicht angepasst.
Die Bereitschaft für solche Interventionen sei "erhöht", hiess es nun. Der SNB-Präsident wollte dieses Wort in der Fragerunde aber nicht weiter erläutern. "Es heisst, dass wir bereiter sind", meinte er bloss. Was nach dieser "erhöhten Bereitschaft" kommt, liess er offen. "Das werden sie sehen, wenn es so weit ist. Oder auch nicht"
___ Iran-Krieg erhöht Risiken
Neben der erhöhten Handlungsbereitschaft bei den Interventionen standen vor allem die wirtschaftlichen Risiken im Zentrum der aktuellen Lagebeurteilung. Durch den Iran-Krieg haben die Energiepreise merklich angezogen. Nicht zuletzt deswegen liege die bedingte Inflationsprognose kurzfristig höher als noch im Dezember. Mittelfristig zeige sie jedoch kaum eine Veränderung.
So rechnet die SNB für 2026 und 2027 mit einem Jahresdurchschnitt von 0,5 Prozent und 2028 mit 0,6 Prozent - und damit solide in der angestrebten Bandbreite von 0 bis 2 Prozent. "Die Geldpolitik trägt dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stützt die Wirtschaftsentwicklung", so Schlegel.
___ Ausblick vorsichtig
Sowohl die Inflationsprognose als auch die Wirtschaftsprognose ist laut dem SNB-Präsidenten aber mit Risiken behaftet. Zuoberst steht dabei der Krieg im Nahem Osten. Sollte dieser länger anhalten oder die Energiepreise noch stärker ansteigen, könnten sie das Wirtschaftswachstum merklich bremsen. Auch mögliche Lieferkettenprobleme und die gestiegene Unsicherheit könnten auf dem Wachstum lasten. Neben der Situation im Nahen Osten bleibt zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher.
Diesen Warnungen zum Trotz bekräftigen die Währungshüter aber ihre bisherigen Wirtschaftsprognosen. Für 2026 rechnet die SNB mit einem moderaten Wachstum von rund 1 Prozent, 2027 von etwa 1,5 Prozent.
Auch in puncto Negativzinsen war Schlegel bemüht, den Markt zu beruhigen. Immerhin hatte der starke Franken zuletzt Spekulationen angeheizt, ob die SNB nicht doch zu diesem Instrument greifen müsse. "Negativzinsen bleiben eine theoretische Option", sagte Schlegel. "Sie bleiben nach wie vor ein sehr herausforderndes Werkzeug", betonte er, da sie "eine grosse Herausforderung für viele Akteure der Wirtschaft darstellen".
___ Verbale Intervention zeigt Wirkung
Wirkliche Überraschungen lieferten die Direktoriumsmitglieder dieses Mal nicht. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben.
Und doch können die Währungshüter zumindest mit Blick auf den Franken einen kleinen Sieg verbuchen: Ihre verbale Intervention hat dafür gesorgt, dass sich der Franken vor allem gegenüber dem Euro merklich abschwächte, wie Kurse von aktuell 0,9125 zeigen. Erst vor 10 Tagen hatte das Euro/Franken-Paar bei 0,8980 den tiefsten Stand seit den Verwerfungen im Januar 2015 gesehen.
Und auch wenn die SNB aktuell vor Negativzinsen zurückschreckt, wollen manche Beobachter einen solchen Schritt in den kommenden Monaten nicht ausschliessen. Wie Daniel Hartmann von Bantleon betont, nehme der Druck auf die SNB zu, die Zinsen wieder in negatives Terrain zu senken, je länger die Krise anhält.
SNB macht keinen Zinsschritt - Interventionen wahrscheinlicher
Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins wie erwartet bei 0,00 Prozent belassen - trotz des Kriegs im Nahen Osten und höherer Energiepreise. Deutlicher betont sie allerdings ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen.Mit diesem Instrument will das Direktorium um Präsident Martin Schlegel einer zu schnellen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken. Bereits Anfang März hatte die SNB ihre Wortwahl zu den Devisenmarktinterventionen leicht angepasst.
Die Bereitschaft für solche Interventionen sei "erhöht", hiess es nun. Der SNB-Präsident wollte dieses Wort in der Fragerunde aber nicht weiter erläutern. "Es heisst, dass wir bereiter sind", meinte er bloss. Was nach dieser "erhöhten Bereitschaft" kommt, liess er offen. "Das werden sie sehen, wenn es so weit ist. Oder auch nicht"
___ Iran-Krieg erhöht Risiken
Neben der erhöhten Handlungsbereitschaft bei den Interventionen standen vor allem die wirtschaftlichen Risiken im Zentrum der aktuellen Lagebeurteilung. Durch den Iran-Krieg haben die Energiepreise merklich angezogen. Nicht zuletzt deswegen liege die bedingte Inflationsprognose kurzfristig höher als noch im Dezember. Mittelfristig zeige sie jedoch kaum eine Veränderung.
So rechnet die SNB für 2026 und 2027 mit einem Jahresdurchschnitt von 0,5 Prozent und 2028 mit 0,6 Prozent - und damit solide in der angestrebten Bandbreite von 0 bis 2 Prozent. "Die Geldpolitik trägt dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stützt die Wirtschaftsentwicklung", so Schlegel.
___ Ausblick vorsichtig
Sowohl die Inflationsprognose als auch die Wirtschaftsprognose ist laut dem SNB-Präsidenten aber mit Risiken behaftet. Zuoberst steht dabei der Krieg im Nahem Osten. Sollte dieser länger anhalten oder die Energiepreise noch stärker ansteigen, könnten sie das Wirtschaftswachstum merklich bremsen. Auch mögliche Lieferkettenprobleme und die gestiegene Unsicherheit könnten auf dem Wachstum lasten. Neben der Situation im Nahen Osten bleibt zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher.
Diesen Warnungen zum Trotz bekräftigen die Währungshüter aber ihre bisherigen Wirtschaftsprognosen. Für 2026 rechnet die SNB mit einem moderaten Wachstum von rund 1 Prozent, 2027 von etwa 1,5 Prozent.
Auch in puncto Negativzinsen war Schlegel bemüht, den Markt zu beruhigen. Immerhin hatte der starke Franken zuletzt Spekulationen angeheizt, ob die SNB nicht doch zu diesem Instrument greifen müsse. "Negativzinsen bleiben eine theoretische Option", sagte Schlegel. "Sie bleiben nach wie vor ein sehr herausforderndes Werkzeug", betonte er, da sie "eine grosse Herausforderung für viele Akteure der Wirtschaft darstellen".
___ Verbale Intervention zeigt Wirkung
Wirkliche Überraschungen lieferten die Direktoriumsmitglieder dieses Mal nicht. Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben.
Und doch können die Währungshüter zumindest mit Blick auf den Franken einen kleinen Sieg verbuchen: Ihre verbale Intervention hat dafür gesorgt, dass sich der Franken vor allem gegenüber dem Euro merklich abschwächte, wie Kurse von aktuell 0,9125 zeigen. Erst vor 10 Tagen hatte das Euro/Franken-Paar bei 0,8980 den tiefsten Stand seit den Verwerfungen im Januar 2015 gesehen.
Und auch wenn die SNB aktuell vor Negativzinsen zurückschreckt, wollen manche Beobachter einen solchen Schritt in den kommenden Monaten nicht ausschliessen. Wie Daniel Hartmann von Bantleon betont, nehme der Druck auf die SNB zu, die Zinsen wieder in negatives Terrain zu senken, je länger die Krise anhält.
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Betroffene Instrumente
| Name | Kurs | Differenz Differenz % |
52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
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| SNB N | 3'250.00 |
-20.00
-0.61%
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3'900.00 | 3'220.00 | 106.00 |