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Zentralbanken   24.09.2026 10:08:59

SNB bleibt bei Null - Werweissen über Zinsschritte hat begonnen

Bern (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins ein weiteres Mal bei null Prozent. Bei der Inflation erwartet sie nur minimal höhere Werte. Ob damit baldige Zinserhöhungen wahrscheinlicher geworden sind, ist laut Ökonomen offen.

Konkret werden nun für 2026, 2027 und 2028 im Jahresdurchschnitt Teuerungsraten zwischen 0,7 und 0,8 Prozent erwartet. Bislang hatten die Prognosen auf 0,6 bis 0,7 Prozent gelautet. Der mittelfristige Inflationsdruck habe gegenüber der letzten Lagebeurteilung nur leicht zugenommen, betonten die Währungshüter anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag.

Gemäss der neuen Prognose wird die Inflation im vierten Quartal zwar wegen des Ölpreises noch etwas ansteigen und bei 1,2 Prozent zu liegen kommen, bevor sie im Verlauf des Jahres 2027 wieder zurückgeht. Ein leichter Anstieg auf bis zu 0,9 Prozent gebe es dann 2029, so die SNB.

Die Geldpolitik mit dem Nullzins sei daher angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und sie stütze die Wirtschaftsentwicklung. Die Preisstabilität ist gemäss der Definition der SNB bis zu einer Inflation von 2 Prozent gewährleistet.

___ Höheres Wachstum erwartet

Für die nächsten Quartale erwartet die Nationalbank ein moderates Wachstum. Sie prognostiziert nun für das laufende Jahr neu ein BIP-Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent nach bislang "rund 1 Prozent". Für 2027 werden weiterhin rund 1,5 Prozent vorhergesagt.

Vom Ausland dürften weiter Wachstumsimpulse ausgehen, heisst es zur Begründung. Ausserdem wirkten die Geldpolitik und die erfolgte Frankenabwertung stützend.

___ Bereitschaft nicht mehr "erhöht"

Die SNB ist gleichwohl bereit, "bei Bedarf" am Devisenmarkt aktiv zu sein. Die Wortwahl wurde aber erneut leicht angepasst. Im Juni war noch von einer "bei Bedarf erhöhten Bereitschaft" die Rede gewesen.

Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz seien Entwicklungen in der Weltwirtschaft, so die SNB. Insbesondere könnte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen. Auch das handelspolitische Umfeld und die Wechselkursentwicklung bleiben laut der Notenbank weiterhin Unsicherheitsfaktoren.

___ Keine Überraschung

Die erneute Zinspause der SNB kommt nicht überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonominnen und Ökonomen hatten diesen Entscheid im Vorfeld unisono so erwartet, auch wenn andere grosse Notenbanken in den letzten Wochen die Zinsen angehoben hatten.

In ersten Kommentaren wird nun gewerweisst, ob die Befunde der aktuellen Lagebeurteilung nun für eine baldige Zinserhöhung sprechen oder nicht. Dabei sind die Meinungen geteilt.

Die neue Inflationsprognose sei überraschend tief ausgefallen, meint etwa die ZKB. "Dennoch wird sich unserer Ansicht nach für die SNB bald ein Fenster für höhere Zinsen öffnen", heisst es im Kommentar. Für die Bank Safra Sarasin hingegen gibt die Lagebeurteilung "keine Indikation für schnelle Zinserhöhungen".


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