Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax steigt erstmals über 25.000 Punkte
FRANKFURT (awp international) - Der Dax ist am Mittwoch erstmals über die Marke von 25.000 Punkten gestiegen. In der ersten Stunde nach dem Xetra-Start kletterte der deutsche Leitindex bis auf 25.035 Zähler. Zuletzt gewann er 0,44 Prozent auf 25.002 Punkte.
Auch der MDax befindet sich im Aufwind und erreichte den höchsten Kurs seit dem Frühjahr 2022. Zuletzt stieg der Index der mittelgrossen Börsenwerte um 0,34 Prozent auf 31.779 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank derweil um rund 0,2 Prozent.
Der Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Elitetruppen sorgte im noch frühen Jahr 2026 nicht für Verunsicherung, eher für Hoffnung auf sinkende Ölpreise, die sich auch schon ein Stück weit bewahrheitet hat. Billigeres Öl ist gut für die Weltwirtschaft, könnte den Inflationsdruck mindern und weitere Zinssenkungen durch Notenbanken bedeuten.
Wegen der Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung gilt die Aussicht auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr als ein zentraler Kurstreiber für den Dax. Auch die Saisonalität spricht für steigende Kurse, denn der Januar zählt für gewöhnlich zu den stärkeren Börsenmonaten.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank nennt drei Gründe für den Dax-Anstieg: erstens die Erleichterung darüber, dass es wegen der US-Attacke auf Venezuela nicht zu einem militärischen Konflikt gekommen ist, zweitens die Aussicht auf mittelfristig sinkende Ölpreise und drittens eine neue Lust der Anleger auf Aktien ausserhalb der USA. Die "Neujahres-Rally" im Dax sei in vollem Gang. Aus technischer Sicht hält Stanzl 25.300 Punkte für möglich.
Im Blick stehen am Mittwoch Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa, darunter der ADP-Jobbericht und Inflationsdaten aus der Eurozone. Die Commerzbank rechnet damit, dass die Gesamtrate dank gesunkener Energiepreise auf das Inflationsziel von 2 Prozent gefallen sein dürfte. Nach Einschätzung der Expertin Antje Praefcke sollten derartige Ergebnisse die Sicht der EZB bestätigen, dass in der Eurozone auf absehbare Zeit keine Zinsänderungen notwendig sind. In Deutschland war die Teuerung im Dezember überraschend deutlich gesunken, wie die bereits am Vortag veröffentlichten Daten gezeigt hatten.
Das Boom-Thema Künstliche Intelligenz befeuert am Mittwoch die Siemens-Aktien . Der Industriekonzern und der US-Chipriese Nvidia weiten ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich deutlich aus, wie zur Eröffnung der Technikmesse CES Siemens-Vorstandschef Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang bekanntgaben. Die im Dax schwer gewichteten Siemens-Papiere stiegen auf ein Rekordhoch und gewannen zuletzt 2,5 Prozent.
So hoch wie nie zuvor kletterten auch Heidelberg Materials , zuletzt ging es um fast 3 Prozent hinauf. Der Baustoffkonzern gilt als Profiteur steigender Investitionen für Infrastruktur in Deutschland sowie eines möglichen Wiederaufbaus der Ukraine im Fall einer Friedenslösung.
Die Internet-Apotheke Redcare Pharmacy sowie der Leasing-Anbieter Grenke ziehen mit Geschäftszahlen die Aufmerksamkeit auf sich. Redcare profitierte 2025 vom Wachstum mit elektronischen Rezepten in Deutschland. Allerdings verfehlte das Wachstum etwas die mittlere Analystenerwartung. Die Papiere sackten um 8 Prozent ab. Grenke schloss trotz eines mauen Schlussquartals das Jahr 2025 mit mehr Neugeschäft ab. Die Aktien legten um 1,6 Prozent zu.
Thyssenkrupp gewannen 4,6 Prozent. Anleger setzten weiterhin auf eine Lösung für das europäische Stahlgeschäft.
Die Papiere des Chemiekonzerns Evonik wurden von der Privatbank Berenberg abgestuft und verloren 1,6 Prozent. Für den Reisekonzern Tui senkte Peel Hunt den Daumen, die Tui-Anteile gaben um 3,6 Prozent nach.
Lufthansa reagierten mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent auf eine "Overweight"-Einstufung durch Morgan Stanley und Bayer mit einem Plus von 1,3 Prozent auf eine Hochstufung auf "Overweight" durch Barclays.
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Betroffene Instrumente
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52 Wochenhoch | 52 Wochentief | Volumen |
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| Deutsche Telekom N | 28.14 |
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30.41 | 26.00 | 6'378'679.00 |