Aktien Frankfurt: Dax auf Erholungskurs nach schwacher Woche
FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag vom Kursrutsch am Vortag etwas erholt. Inflationsdaten aus Deutschland hatte keinen grösseren Einfluss auf die wichtigen Indizes. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 1,8 Prozent Inflation im Dezember. "Die wieder etwas erhöhte Kerninflation von 2,5 Prozent zeigt, dass nach wie vor Inflationsdruck vorhanden ist", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust.
Der Dax stieg am Nachmittag um 0,9 Prozent auf 24.521 Punkte, nachdem er tags zuvor mehr als zwei Prozent verloren hatte. Auf Wochensicht deutet sich für den deutschen Leitindex damit ein Minus von rund anderthalb Prozent an. Die Bilanz für den turbulenten Börsenmonat Januar ist nahezu ausgeglichen.
Der MDax der mittelgrossen Börsenwerte gewann zuletzt 0,1 Prozent auf 31.267 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,0 Prozent nach oben.
Mit grösserem Interesse dürften die Anleger die Nachricht aufgenommen haben, dass US-Präsident Donald Trump den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen hat. Die US-Parlamentskammer Senat muss Trumps Kandidaten noch als künftigen Chef der Federal Reserve (Fed) bestätigen. Powells Amtszeit endet regulär im Mai. Warsh gilt eigentlich als "Falke", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Allerdings soll er sich Medienberichten zufolge jüngst offen für niedrigere Zinsen gezeigt haben.
Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um 5,1 Prozent hoch. Dies dürfte vor allem dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm geschuldet sein. Der Sportartikelkonzern will ab Anfang Februar für bis zu 1 Milliarde Euro eigene Anteilscheine erwerben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Adidas so viel Umsatz wie nie zuvor. Mit der Margenentwicklung hätten die Herzogenauracher die Erwartungen übertroffen, hiess es aus dem Handel.
Die Papiere von Nordex erholten sich von ihrem deutlichen Anfangsverlust und notierten zuletzt 0,2 Prozent tiefer bei 33,72 Euro, nachdem sie am Donnerstag ein Rekordhoch markiert hatten. Kreisen zufolge verkauft die Beteiligungsgesellschaft Skion der BMW-Grossaktionärin Susanne Klatten sieben Millionen Nordex-Anteile. Der Platzierungspreis dürfte bei 32,15 Euro liegen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Unterlagen. Die Platzierung signalisiere eine solide Nachfrage, urteilte ein Händler. Der Überhang sei beseitigt, daher könne die Kursschwäche zum Kauf genutzt werden, empfahl er.
Für die Titel von Fraport ging es auf den höchsten Stand seit November und zuletzt um 3,6 Prozent aufwärts. Das Analysehaus Jefferies hatte die Anteilsscheine des Flughafenbetreibers von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 72 auf 100 Euro erhöht. Analystin Priyal Woolf erwartet 2026 im Flugverkehr ein starkes Jahr mit höheren Kapazitäten der Airlines.
Die Anteilsscheine von Auto1 kletterten als bester Wert im MDax um 4,2 Prozent hoch. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel für den Internet-Gebrauchtwagenhändler von 42 auf 50 Euro erhöht, mit dem Vermerk "Positive Catalyst Watch". Damit rechnet Analyst Marcus Diebel mit Blick auf die im Februar anstehenden Geschäftszahlen mit positiven Nachrichten.
Die Aktien von Schaeffler setzten die Korrektur ihrer steilen Kursrally seit November fort und fielen um 6,2 Prozent. Damit sind etwa die Hälfte der Kursgewinne seit Jahresanfang wieder weg. Allerdings beläuft sich der Zuwachs für 2026 noch immer auf ein Fünftel. Die UBS sieht die Marktschätzungen für 2026 risikobehaftet. Die grösste Sorge gelte dabei dem freien Barmittelfluss.
Nach einer Kaufempfehlung liefen die Jenoptik-Titel an ihren vor zwei Tagen erreichten höchsten Stand seit Oktober 2024 heran und notierten zuletzt 8,6 Prozent im Plus. Die Deutsche Bank hatte ihr Votum von "Hold" auf "Buy" geändert und das Kursziel von 22 auf 28 Euro angehoben. Analyst Michael Kuhn setzt auf den Führungswechsel beim Hightech-Unternehmen und die besseren Aussichten im Halbleiter-Kerngeschäft.
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