Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax kaum verändert - Edelmetalle unter Druck
FRANKFURT (awp international) - In einem von massiven Verlusten an den Edelmetall-Märkten geprägten Umfeld haben die Anleger in Deutschland vorsichtig agiert. Die wichtigsten Indizes Dax und MDax waren am Montag mit Verlusten in den Handel gestartet, präsentierten sich aber zuletzt nahezu unverändert.
So notierte der Dax am Vormittag geringfügig im Plus bei 24.546 Punkten. Für den MDax der mittelgrossen Börsenwerte ging es um 0,08 Prozent auf 31.140 Punkte nach unten. Im Segment der kleineren Börsenwerte büsste der SDax 0,9 Prozent ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,5 Prozent.
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs bei den Preisen von Gold und Silber war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuss erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. Eine solche Entwicklung kann sich dann vorübergehend auch auf andere Märkte, etwa die für Aktien, auswirken.
Die überraschende Nominierung eines potenziell konservativen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank durch Trump habe die Anleger zunächst auf dem falschen Fuss erwischt, schrieb Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Eigentlich sei erwartet worden, dass Trump alles tun würde, um eine Powell-Nachfolge einzusetzen, die für schnell fallende Leitzinsen steht.
In dieser Gemengelage gerieten die Aktien zinssensibler Halbleiterwerte unter Druck. Am Dax-Ende fielen Infineon um 2,5 Prozent. Aixtron büssten im MDax gut 2 Prozent ein, Siltronic verloren im SDax 3,4 Prozent. Bereits in Asien waren zuvor sehr stark gelaufene Papiere aus der Halbleiterbranche eingeknickt.
Im MDax zogen die Anteilsscheine von Nemetschek um 3,5 Prozent an. Die US-Investmentbank Bank of America hatte die Papiere gleich doppelt hochgestuft und empfiehlt sie nun zum Kauf. Analyst Victor Cheng argumentiert, dass der Bausoftware-Konzern "an der Zukunft baut". Der Experte sieht aktuell eine attraktive Einstiegsmöglichkeit wegen Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
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