Kursrekorde trotz Krieg: Bafin sieht Gefahr für Aktienmärkte
FRANKFURT (awp international) - Die Finanzaufsicht Bafin warnt vor Börsenturbulenzen angesichts von Kursrekorden inmitten weltweiter Krisen wie dem Iran-Krieg. Das Potenzial für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen bleibe hoch, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson, in Frankfurt. "Auch, weil die Kursentwicklungen die hohen Risiken anscheinend nicht widerspiegeln."
So notiere der deutsche Leitindex Dax derzeit nur wenige Prozentpunkte unter seinem Höchststand von Januar. Der breite US-Aktienindex S&P 500 bewege sich sogar auf Rekordniveau, mehr als acht Prozent höher als zu Anfang des Jahres. Und die Risikoaufschläge bei riskanten Anleihen seien so niedrig wie zu Jahresbeginn - "alles deutet auf eine optimistische Stimmung an den Märkten."
Objektiv betrachtet habe sich die ökonomische Lage seit Anfang 2026 aber nicht verbessert, sagte Branson. "Die Märkte bewegen sich zudem sehr gleichförmig. Sie kennen nur zwei Modi, ohne grosse Differenzierung dazwischen: risk-on oder risk-off."
In Deutschland stiegen zudem die Risiken im Finanzsystem, da wegen der schlechten Konjunktur vermehrt Kredite ausfallen könnten. Der Bafin-Präsident verwies auf den weiter ungelösten Iran-Konflikt. Selbst wenn er beigelegt werde, würden Schäden an Energieanlagen noch lange nachhallen und die Wirtschaft belasten. An den Börsen gebe es aber ein Denkmuster: "Die Marktteilnehmer scheinen fest daran zu glauben, dass politische Turbulenzen immer reversibel sind.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 12.05.2026 12:10:08 | Aktien Europa: Verluste - Unsicherheit nimmt zu |