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Markt und Börse   29.01.2026 17:52:16

Aktien Frankfurt Schluss: SAP-Verlust und Geopolitik belasten Dax schwer

FRANKFURT (awp international) - Ein massiver Kursverlust des Schwergewichts SAP hat am Donnerstag auch den Dax auf tieferes Niveau gezogen. Der Softwarekonzern hatte mit Quartalszahlen und Prognosen herbe enttäuscht. Als weiteren Belastungsfaktor für den deutschen Aktienmarkt führten Marktstrategen ins Feld, dass die Investoren den Fokus wieder stärker auf geopolitische Spannungen richteten, vor allem auf den sich verschärfenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.

Angesichts dieses Gegenwinds verlor der Dax 2,07 Prozent auf 24.309,46 Punkte. Knapp die Hälfte davon ging auf das Konto der schwachen SAP-Aktie. Nicht ganz so stark war der Druck auf die Kurse im MDax der mittelgrossen Börsenwerte. Er verlor 1,29 Prozent auf 31.233,68 Zähler.

Am Nachmittag gerieten auch die Kurse an der Wall Street unter Druck, belastet vor allem von einer einbrechenden Microsoft -Aktie. Als Seismograf für die derzeitige Verfassung der Anleger verheisse die aktuelle Entwicklung nichts Gutes, schrieb Analystin Christine Romar von CMC Markets. Wenn etwa die USA in den kommenden Stunden oder Tagen den Iran erneut angriffen, "dann dürfte sich der Abwärtstrend in Frankfurt noch einmal deutlich beschleunigen", warnte die Analystin.

SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld Cloudsoftware abschliessen wie erhofft. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.

Das SAP-Papier brach dennoch um gut 16 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren ein. Einen grösseren Tagesverlust gab es zuletzt im Oktober 2020, als der Software-Entwickler wegen eines Strategieschwenks und auch wegen der Corona-Pandemie die Geschäftsziele drastisch zusammenstrich.

Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die Erwartungen von Analysten. Die in den vergangenen Monaten bereits stark gestiegene Aktie verlor in dem schwachen Gesamtmarkt 1,3 Prozent.

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS übertraf 2025 ihre Ziele und legte die Latte für die kommenden Jahre höher. Zudem sollen die Aktionäre im Jahr 2027 eine Sonderdividende erhalten. Die DWS-Aktien schnellten um gut 10 Prozent nach oben und erklommen ein Rekordhoch.

Siemens gewannen an der Dax-Spitze 2 Prozent und verpassten nur knapp ein Rekordhoch. Beobachter verwiesen auf den starken Auftragseingang des Konkurrenten ABB , der positive Rückschlüsse auf die Orderlage von Siemens zulasse.

Nemetschek fielen um 3,6 Prozent. Sie litten wie auch die anderen europäischen Software-Unternehmen unter den schwachen Vorgaben von SAP. Nemetschek vertreibt Software für Bau und Architektur.

Die Kupferpreisrally zieht Anleger weiterhin auch in die Aktien von Aurubis . Die Papiere der Hamburger Kupferhütte setzten ihre Rekordjagd fort und gewannen weitere 2,6 Prozent.

Der EuroStoxx 50 fiel am Donnerstag um 0,7 Prozent. Ausserhalb der Eurozone legte der schweizerische SMI um ein Prozent zu. Der Londoner FTSE 100 gewann 0,2 Prozent. Der US-Tech-Index Nasdaq 100 verlor zum europäischen Handelsschluss 1,7 Prozent.


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