Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax wieder bei 24.000 Punkten
FRANKFURT (awp international) - Die Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten hat dem Dax am Dienstag klar Auftrieb gegeben. Schon kurz nach Handelsbeginn überwand der wichtigste deutsche Aktienindex die Marke von 24.000 Punkten, über welcher die Erholung in der Vorwoche Grenzen aufgezeigt bekommen hatte. Zuletzt stand ein Plus von 1,06 Prozent auf 23.994 Punkte zu Buche.
Der MDax mit den mittelgrossen hiesigen Börsenunternehmen gewann am Dienstagvormittag 0,96 Prozent auf 30.541 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp ein Prozent bergauf.
Da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwägten, bestehe "die Chance auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Ein Friedensabkommen würde zudem die Strasse von Hormus öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen Schifffahrtsweg.
Zudem wollen die libanesische Regierung und Israel in Washington erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene beginnen. Israel strebt laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert eine Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist.
Bereits zu Wochenbeginn hatten Dax und EuroStoxx angesichts freundlicher US-Börsen ihre Verluste bis zum Handelsende deutlich eingedämmt. Selbst die US-Blockade der Strasse von Hormus, die nach gescheiterten ersten Gesprächen zwischen den USA und Iran in Kraft getreten war, hatte die Anleger nicht verschreckt. Die Aktienmärkte in Asien profitierten ebenfalls von den Spekulationen über eine baldige Fortsetzung der Friedensgespräche, während die Ölpreise wieder unter der 100-Dollar-Marke liegen.
Am deutschen Aktienmarkt stach Heidelberger Druck mit einem Kurssprung von rund 12 Prozent heraus. Dass sich Brandenburgs Ministerpräsident am Standort Brandenburg an der Havel über den Einstieg ins Drohnenabwehrgeschäft informieren will, belebte die Rüstungsfantasie erneut. Bereits Mitte März hatten die Aktien von der Ankündigung profitiert, neben dem Kerngeschäft mit Druckmaschinen und angebotenen Auto-Ladeboxen ein weiteres Standbein im Bereich der Drohnenabwehr aufzubauen. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter mit dem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter Ondas Autonomous Systems.
Dass die EU zum Schutz der europäischen Stahlindustrie ihre Einfuhrregeln verschärft, bescherte Salzgitter und Thyssenkrupp Kursgewinne von 6,4 beziehungsweise 4 Prozent.
Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Bei Continental sorgte eine Hochstufung für Kursgewinne von 2,4 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays setzt in der europäischen Automobilbranche im aktuellen Umfeld stärker auf Defensivqualitäten und Preismacht.
Eckert & Ziegler verteuerten sich um 6,4 Prozent, nachdem das Bankhaus Metzler die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hatte. Der Hersteller radioaktiver Komponenten für Industrie und Medizin verzeichne ein solides Wachstum in einem gut abgeschirmten Geschäftsfeld, lobte Analyst Alexander Neuberger. Trotz Rekordmargen seien die Papiere deutlich günstiger bewertet als die der Konkurrenz.
Die Aktien von Nordex büssten indes 1,8 Prozent ein. Das Analysehaus MWB Research sprach aus Bewertungsgründen eine Verkaufsempfehlung aus. Vergangene Woche hatten die Titel ein Rekordhoch erreicht. Nun berichtete der Windanlagenbauer für das erste Quartal einen Auftragsrückgang bei leicht gestiegenen Verkaufspreisen.
Für Aixtron ging es um weitere 1,4 Prozent bergab, nachdem die Investmentbank Oddo BHF zwar das Kursziel angehoben, aber ihre positive Anlageempfehlung gestrichen hatte. Inzwischen sei bereits ein sehr guter Geschäftsverlauf bis 2027 eingepreist, begründete Analyst Martin Marandon-Carlhian seine Neubewertung.
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