Aktien Frankfurt Schluss: Dax etwas berappelt - Chip-Aktien schwach
FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat sich nach seinem Kursrutsch zur Wochenmitte stabilisiert. Für Beruhigung sorgte am Donnerstag der wieder gesunkene Ölpreis, der unter der Hoffnung auf eine Waffenruhe im Libanon litt. Die Rally rund um Künstliche Intelligenz (KI) geriet allerdings etwas ins Stocken. Mit Broadcom überzeugte in den USA eine der KI-Grössen beim Ausblick nicht ganz. Dies belastete Halbleiterwerte auch hierzulande. Die Lage im Iran-Krieg bleibt undurchsichtig.
Auch dank hoher Kursgewinne der schwer gewichteten SAP-Aktien hatte der deutsche Leitindex zwischenzeitlich die Marke von 25.000 Zählern überwunden. Am Ende reichte es für ein Plus von 0,60 Prozent auf 24944,95 Punkte. Der MDax mit den mittelgrossen Börsenunternehmen stand 0,2 Prozent höher bei 32.801,61 Punkten.
Einerseits sorge die KI-Euphorie jenseits des Atlantiks für Kursfantasie, andererseits hielten geldpolitische Unsicherheiten und geopolitische Risiken die Anleger im Zaum, schrieb Analyst Timo Emden von Emden Research und fuhr fort "Zwischen KI-Goldgräberstimmung und Nahostrisiken suchen Anleger weiterhin ihren Nordstern." Zwar taste sich der Dax wieder in Richtung der Marke von 25.000 Punkten vor, doch das Fundament bleibe fragil.
Halbleiterwerte zollten ihrer jüngsten, vom KI-Sektor getriebenen Rally Tribut. Infineon-Aktien etwa verloren am Dax-Ende 3,4 Prozent. Sie sind mit einem Plus von 125 Prozent im laufenden Jahr aber noch immer der mit Abstand stärkste Dax-Wert.
Vorne im Dax legten SAP um 5,5 Prozent zu. Wie oft in jüngster Vergangenheit, sind Software-Titel gefragt, wenn im Halbleitersektor Verluste verbucht werden. Marktteilnehmer setzten nach den Halbleiteraktien auf die Renaissance der Cloud-Anbieter und Softwareunternehmen, kommentierte Experte Andreas Lipkow von CMC Markets.
Scout24-Papiere gewannen 3,8 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs sieht für den Internetportalbetreiber zweistelliges Gewinnwachstum und startete die Bewertung mit einer Kaufempfehlung.
Am deutschen Markt standen ferner Index-Änderungen im Blick, die am 22. Juni in Kraft treten. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief steigen wie von Experten erwartet in den Dax auf. Weichen müssen dafür die Papiere der VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE , die in den MDax absteigen.
Die Anteilscheine von Hochtief gaben leicht nach. Innerhalb eines Jahres haben sie sich in etwa verdreifacht. Hochtief profitiert vor allem von der US-Tochter Turner. Über den Bau von Rechenzentren partizipiere der Konzern von den boomenden Investitionen in die KI-Infrastruktur speziell in den USA, aber auch in anderen Regionen, hiess es unlängst in einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg.
In den MDax werden die Aktien des Chipkonzerns Elmos Semiconductor , des Waferherstellers Siltronic und des Halbleiterzulieferers Suss Microtec aufgenommen. In den Kleinwerteindex SDax absteigen müssen die Titel der Onlineapotheke Redcare Pharmacy , des Werbevermarkters Ströer und des Gabelstapler-Herstellers Jungheinrich .
Auf europäischer Bühne kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 auf ein Plus von 0,82 Prozent auf 6.103,33 Punkte. Der Londoner FTSE 100 legte moderat zu, während der Züricher SMI knapp ein Prozent gewann. In New York stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 1,7 Prozent.
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