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Markt und Börse   25.06.2026 14:47:08

Aktien Frankfurt: Dax berappelt sich nach Vortagesverlust

FRANKFURT (awp international) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Donnerstag nach der Talfahrt vom Vortag wieder zuversichtlicher geworden. Der Dax überwand die 21-Tage-Linie als kurzfristigen Trendindikator, die er tags zuvor unterschritten hatte und notierte am Nachmittag 0,8 Prozent höher bei 24.927 Punkten. Der MDax gewann 0,5 Prozent auf 32.074 Zähler.

"Die Anleger stecken zwischen Zinssorgen und hohen Erwartungen an den KI-Sektor fest, was das Handelsgeschehen in eine lethargische Schaukelbörse verwandelt", stellte Marktanalyst Timo Emden fest. Die jüngsten Verluste wirkten eher wie eine Verschnaufpause als der Beginn einer handfesten Korrektur.

Das Kursfeuerwerk bei Micron nach den Quartalszahlen des US-Chipkonzerns liess auch die deutschen Aktien aus dem Halbleitersektor wieder mächtig anspringen. So verbuchten die Papiere von Infineon , Aixtron , Siltronic und Suss Microtec Kursaufschläge von bis zu 6,5 Prozent. Die Micron-Titel zogen im vorbörslichen US-Handel um gut 16 Prozent an und steuern auf ein Rekordniveau zu.

Micron hatte dank des KI-Booms unerwartet starke Quartalszahlen präsentiert. Auch der Ausblick fiel deutlich besser als von Analysten erwartet aus. "Die Quartalszahlen von Micron Technology haben selbst die kühnsten Erwartungen noch in den Schatten gestellt und sorgen im Technologiesektor rund um den Globus für Begeisterung", schrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Die Aktien von Rheinmetall gaben nach ihrem Kurseinbruch vom Vortag um 1,1 Prozent weiter nach. Tags zuvor waren sie nach einem von der Bundesregierung gestrichenen Fregattenkauf im Milliardenvolumen um fast 19 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 abgesackt. Analyst Charles Armitage von der US-Bank Citigroup bezeichnete den massiven Kursrutsch als Überreaktion. Der Abschlag liege deutlich über den von ihm kalkulierten Einbussen des entgangenen Deals.

Auch die anderen Rüstungswerte mussten Federn lassen. Die Anteilsscheine von Renk und Hensoldt verbuchten Kursabschläge zwischen 2,0 und 6,1 Prozent. Die Titel von TKMS sackten um 7,2 Prozent ab, was in erster Linie aber auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein sollte. Denn am Mittwoch waren sie um 16 Prozent nach oben geschnellt, nachdem bekannt geworden war, dass der Fregatten-Auftrag des Bundes von Rheinmetall an den Schiffs- und U-Boot-Hersteller gehen dürfte.

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck baut sein Geschäft mit Laborausrüstung mit einer der grössten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte aus. Die Darmstädter übernehmen den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis für knapp zehn Milliarden Euro. Die Merck-Aktie gewann zuletzt 3,1 Prozent.

Volkswagen-Vorzugsaktien stiegen um 2,6 Prozent. Die Wolfsburger haben sich mit dem Finanzinvestor Bain Capital auf den Verkauf von 51 Prozent der Anteile an ihrer Grossmotorentochter Everllence verständigt und erhalten dafür 7,4 Milliarden Euro. Der Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Dies sei ein schöner einmaliger Mittelzufluss für den Autobauer, liege aber unter der von ihm erhofften Bewertung von 8 bis 9 Milliarden Euro, erklärte ein Händler.

Für die Aktien von Adidas ging es um 2,8 Prozent aufwärts. Die WM-Trikots der deutschen Fussball-Nationalmannschaft sind nach Angaben von Vorstandschef Björn Gulden ein Verkaufsschlager. Man verkaufe dreimal so viele DFB-Trikots wie noch bei der WM in Katar vor vier Jahren. Das sei ein Rekord. Der Sportartikelhersteller sei "super zufrieden" mit seinen weltweiten Verkaufszahlen.

Vonovia profitierten von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank und verteuerten sich um 3,0 Prozent. Analyst Thomas Rothäusler zeigte sich optimistisch für Wohnimmobilien-Unternehmen und zählt Vonovia zu seinen Favoriten.

Enttäuschende Nachrichten zu Dialysevergütungen in den USA setzten den Kurs des Blutwäschespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) unter Druck. Die Aktie gab zeitweise fast sieben Prozent nach und war mit zuletzt minus 3,4 Prozent schwächster Dax-Wert. Auslöser der Gewinnmitnahmen war die Mitteilung, dass in den USA ein erster Vorschlag für die künftige Vergütung von Behandlungen bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz veröffentlicht worden war. Dieser war laut Graham Doyle von der Schweizer Grossbank UBS unerwartet schlecht ausgefallen.

Lob für einen Zukauf beförderte die Papiere von Heidelberger Druckmaschinen um 3,3 Prozent nach oben. Experte Stefan Augustin vom Analysehaus Warburg Research stufte Heidelberger Druck von "Hold" auf "Buy" nach oben und bezeichnete die Übernahme des Service- und Ersatzteilgeschäfts sowie von Vertriebsgesellschaften der insolventen Manroland Sheetfed Gruppe als strategisch vernünftigen Schritt.

Die Anteilsscheine von Grand City Properties , Aroundtown sowie Eckert & Ziegler notieren rein optisch klar im Minus, da sie am Donnerstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.


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