Aktien Frankfurt Schluss: Dax steigt - Bayer mit Kurssprung
FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag einen Teil seiner jüngsten Verluste wett gemacht. Die zeitweise zurückeroberte Marke von 25.000 Punkten konnte der Leitindex aber nicht halten.
Der Börsenstimmung Auftrieb gaben die herausragenden Quartalszahlen und der starke Ausblick des US-Speicherchip-Spezialisten Micron sowie am Nachmittag starke US-Konjunkturdaten. Obendrein überraschte hierzulande Bayer positiv, denn der Pharma- und Agrarchemiekonzern kann sich über einen bahnbrechenden Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof in den USA freuen.
Mit plus 1,03 Prozent auf 24.994,83 Punkte beendete der deutsche Leitindex den Tag. Er ist damit auch wieder zurück über der 21-Tage-Linie, die als wichtiger kurzfristiger Trendindikator gilt. Der MDax , der Index der mittelgrossen Werte, gewann 0,17 Prozent auf 31.972,64 Zähler.
"Die guten Nachrichten reissen - fast wie bestellt - nicht ab", kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets das Börsengeschehen.
So verhalf das Kursfeuerwerk bei Micron auch deutschen Aktien aus dem Halbleitersektor zu Kursgewinnen. Infineon aus dem Dax gewannen 3,1 Prozent. Im MDax stiegen Suss Microtec um 5,0 Prozent.
Mit Abstand Spitzenreiter in der ersten Börsenliga war jedoch das Bayer-Papier mit einem Kurssprung von knapp 19 Prozent, womit die Aktie zurück ist auf dem höchsten Stand seit Mitte Februar. Das Urteil des Supreme Court im Fall Durnell dürfte dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten zum umstrittenen Unkrautvernichter Roundup nach nahezu einem Jahrzehnt juristischer Auseinandersetzungen signifikant einzudämmen, hiess es vom Unternehmen. Die Entscheidung schaffe regulatorische Klarheit. Am Markt wurde von einem "wesentlichen Sieg" für den Pharma- und Agrarchemiekonzern gesprochen.
Im Fokus stand auch der Anteilsschein von Merck , der als zweitstärkster Wert um knapp 5 Prozent zulegte. Der Pharma- und Technologiekonzern baut sein Geschäft mit Laborausrüstung mit einer der grössten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte aus. Die Darmstädter wollen den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne für knapp zehn Milliarden Euro kaufen.
Volkswagen stiegen um 1,7 Prozent. Die Wolfsburger haben sich mit dem Finanzinvestor Bain Capital auf den Verkauf von 51 Prozent der Anteile an ihrer Grossmotorentochter Everllence verständigt und erhalten dafür 7,4 Milliarden Euro. Der Konzern will mittelfristig mit 49 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Dies sei ein schöner einmaliger Mittelzufluss für den Autobauer, liege aber unter der von ihm erhofften Bewertung von 8 bis 9 Milliarden Euro, sagte ein Händler.
Vonovia profitierten mit plus 3,0 Prozent von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank.
Enttäuschende Nachrichten zu Dialysevergütungen in den USA drückten dagegen die Aktie des Blutwäsche-Spezialisten FMC um 3,0 Prozent. Dax-Schlusslicht war ohne offensichtliche Nachrichten das Papier des Immobilienplattform-Betreibers Scout24 mit minus 3,1 Prozent.
Mit Blick auf die Börsen in Europa und den USA ging der EuroStoxx 50 mit plus 0,85 Prozent auf 6.267,53 Punkte aus dem Tag. Ausserhalb der Euroregion legten ausserdem die Leitindizes in London und Zürich zu. In den USA baute der Dow Jones Industrial seine Vortagesgewinne deutlich aus und erreichte ein Rekordhoch, der technologielastige Nasdaq 100 legte um ein Prozent zu.
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