Aktien Frankfurt Ausblick: Weitere Dax-Verluste halten sich in Grenzen
FRANKFURT (awp international) - Der Dax steuert nach den jüngsten Gewinnmitnahmen am Mittwoch auf weitere Kursabschläge zu. Trotz schwacher Vorgaben aus dem internationalen Technologiesektor signalisierte der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex eine Stunde vor Handelsbeginn aber nur ein Minus von 0,1 Prozent auf 26.093 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wird 0,2 Prozent tiefer erwartet.
Die Verluste trafen in Asien wie am Vortag bereits im US-Handel vor allem Halbleiterwerte, was auch für Titel wie Infineon , Aixtron oder Suss Microtec weiteres Ungemach erwarten lässt. Vorbörslich gerieten Infineon und Aixtron etwas unter Druck. Gerade der südkoreanische Kospi war bis Mitte Juni zum Sinnbild des KI-Booms geworden und hatte seinen Kursstand gegenüber dem Jahreswechsel zeitweise mehr als verdoppelt, bis Ende Juli dann aber wieder mehr als halbiert. Die seitherige Erholung steht nun mit schweren Verlusten wieder auf dem Prüfstand.
Während die Rekorde der technologielastigen Indizes wie des Kospi, des japanischen Nikkei 225 oder des Nasdaq 100 in den USA Monate her sind, hatte der Dax erst in der Vorwoche seinen Höchststand erreicht. Im Bereich von 26.500 Punkten lief er sich allerdings zuletzt fest.
Steigende Anleihezinsen und die problematische Lage in Nahost hielten den Risikoappetit der Anleger gering, erklärte Marktexperte Stephen Innes. Gerade Technologiewerte sind sehr zinssensitiv, unter anderem aufgrund hoher, meist fremdfinanzierter Investitionen. Ein Vorteil für die Branche könne allerdings sein, dass sich die besonders ängstlichen Anleger bereits im Kursrutsch im Juli verabschiedet haben dürften. Nun gerate beim Dax allerdings "die psychologisch essenzielle Unterstützung bei 26.000 Punkten unweigerlich wieder in den Fokus", schrieb Analyst Frank Sohlleder von Avtivtrades.
Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen hielt trotz eines schwachen ersten Geschäftsquartals mit einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis an seinen Jahreszielen fest. Auch der Nettoverlust fiel höher als vor einem Jahr aus. Vorbörslich gaben die Aktien nach.
Derweil profitierten die Titel von Redcare Pharmacy deutlich von positiv aufgenommenen Nachrichten des Konkurrenten DocMorris . Dieser hatte im ersten Halbjahr von starken Zuwächsen bei rezeptpflichtigen Medikamenten und einem florierenden Geschäft mit digitalen Dienstleistungen profitiert und seinen Verlust verringert. Die Schweizer hoben die Jahreszielspannen für den Umsatz und die bereingte operative Ergebnisprognose (Ebitda) an.
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