Aktien Frankfurt Schluss: Dax trotzt starken US-Jobdaten
FRANKFURT (awp international) - Überraschend robuste Jobdaten aus den USA haben die jüngste Aufwärtsbewegung im Dax am Freitag nicht gestoppt. Der deutsche Leitindex ging trotz schwacher US-Börsen letztlich 0,17 Prozent höher mit 26.046,40 Punkten aus dem Handel. Damit setzte er die am Vortag eingeleitete Erholung zurück oberhalb der 26.000-Punkte-Marke fort.
Dabei halfen dem Dax auch die auf hohem Niveau stabilisierten Ölpreise, nachdem diese zuvor wegen des Iran-Kriegs erneut stark gestiegen waren. Auf Wochensicht steht angesichts der vorangegangenen Korrektur vom am Freitag vergangener Woche erreichten Rekordhoch bei 26.618 Zählern aber ein Minus von rund zwei Prozent zu Buche. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann vor dem Wochenende 0,30 Prozent auf 32.355,32 Punkte.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem "ganz starken" US-Arbeitsmarktbericht. Inklusive der positiven Revisionen der beiden Vormonate seien im August viermal so viele Stellen geschaffen worden wie erwartet. Positiv sei, dass sich das Lohnwachstum nicht beschleunigt habe und somit keinen neuen Druck auf die US-Notenbank Fed ausübe. "Von daher muss dieser unerwartet starke Bericht nicht zwangsläufig zu einer Zinserhöhung führen", ergänzte Altmann.
Ausserdem spiele für die Börse eine brummende Konjunktur eine wesentlich grössere Rolle als die Zinssorgen, betonte Marktstratege Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets: "Viele Beschäftigte helfen der US-Wirtschaft mehr, als ihr eine Zinserhöhung schadet, so die Argumentation."
Ohnehin hätten die kommende Woche anstehenden US-Inflationsdaten etwas mehr Bedeutung als der Jobbericht, schrieb Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl. Mehrere Fed-Gouverneure hätten zuletzt darauf verwiesen, "diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht". Sie machten zudem Anzeichen einer nachlassenden Inflation aus.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte am Freitag um 0,16 Prozent auf 6.392,93 Punkte nach oben. Ausserhalb der Eurozone schlossen der FTSE 100 in London und der SMI in Zürich wenig bewegt. In New York gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 0,6 Prozent nach, der technologielastige Nasdaq 100 kam hingegen kaum von der Stelle.
Am deutschen Aktienmarkt stach vor dem Wochenende Dax-Spitzenreiter Volkswagen mit einer weiteren Kurserholung um 6,5 Prozent heraus. Der Aufsichtsrat des krisengeplagten Autobauers billigte am Donnerstagabend nach wochenlangen Auseinandersetzungen überraschend einstimmig weite Teile eines Sanierungskonzepts des Vorstands. Neben den VW-Titeln waren auch die Aktien des Grossaktionärs Porsche SE mit plus 3,6 Prozent gefragt.
Ebenfalls auf Kaufinteresse stiessen Halbleiterwerte: Im Dax legten die Aktien von Infineon um 2,4 Prozent zu und im MDax gewannen Suss Microtec , Siltronic und Elmos bis zu 6 Prozent. Sie folgten damit der positiven Entwicklung der Tech-Branche in Asien. Bei Suss sieht Warburg-Analyst Malte Schaumann angesichts der günstigen Bewertung sowie dicker Auftragsbücher zudem eine gute Kaufgelegenheit.
Als Kurstreiber erwiesen sich ausserdem Analysteneinschätzungen. So liess eine Hochstufung der Investmentbank Oddo BHF die Titel von Continental um 1,9 Prozent steigen. Continental sei nun keine Umbaustory mehr, sondern ein purer Reifenkonzern mit einer Profitabilität, die zu den besten der Branche zähle, begründete Experte Michael Foundoukidis seine Neubewertung.
Für die Aktien von Puma ging es dagegen um 1,8 Prozent abwärts, während Adidas letztlich um 0,3 Prozent stiegen. Der Kurseinbruch von Lululemon nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung des US-Sportartikelherstellers war auch bei den deutschen Branchentiteln ein Thema.
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