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Markt und Börse   17.09.2026 09:52:40

Aktien Frankfurt Eröffnung: Weitere Gewinne nach US-Zinserhöhung

FRANKFURT (awp international) - Nach der erwartungsgemässen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag weiter nach oben geschwungen. Als stützend erweisen sich die weiter gefallenen Ölpreise. Bereits am Mittwoch war der Preis für Rohöl der Sorte Brent deutlich gesunken, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien teilweise wieder in Betrieb genommen werden könnte.

Der Dax stieg um 0,7 Prozent auf 25.705 Punkte und setzte damit seine Aufwärtsbewegung vom Vortag fort. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann am Donnerstagvormittag 0,1 Prozent auf 31.315 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,7 Prozent aufwärts.

Die Entschlossenheit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die Inflation zu bekämpfen, hat die Märkte im Anschluss an die erste Zinserhöhung in den USA seit 2023 beruhigt. "Die Fed verteidigt ihre Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Er hält eine weitere Zinsanhebung im Oktober oder spätestens Dezember für wahrscheinlich.

Die Notenbank reagiere damit "nicht nur auf die hartnäckige Inflation, sondern auch auf gestiegene Zweifel des Anleihemarktes an ihrer Entschlossenheit", kommentierte Volkswirt Johannes Mayr, vom Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Dies sei eine Entscheidung für den Markt und gegen Donald Trump. Der US-Präsident fordert von der Federal Reserve seit Langem niedrigere Leitzinsen. Zuletzt drohte er mit einem Handelsstopp mit bestimmten Ländern, sollte die Fed ihre Geldpolitik nicht lockern.

Aus Branchensicht sind vor allem Autowerte gefragt, die sich damit von ihren klaren Vortagesverlusten erholten. So gehörten die Anteilsscheine von Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW mit Kursgewinnen von bis zu 1,9 Prozent zu den Spitzenreitern im Dax.

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Bilfinger mit einem Kurssturz von 22 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund anderthalb Jahren im Anlegerfokus. Der Industriedienstleister kämpft wegen des länger als erwartet anhaltenden Kriegs im Nahen Osten weiter mit einer mauen Nachfrage. Weil die Entwicklung im zweiten Halbjahr bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt, rechnet Bilfinger nun mit etwas weniger Umsatz und einer deutlich niedrigeren Betriebsmarge. Ein Händler sprach von einer bitteren Gewinnwarnung.

Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt verabschiedete sich Wacker Chemie von seinen ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre. Von einem Umsatz von rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ist keine Rede mehr. Die operative Marge (Ebitda) soll statt mehr als 20 Prozent nur noch etwa 15 Prozent erreichen. Die Titel des Spezialchemiekonzerns büssten 2,0 Prozent an Wert ein.

Die Aktien von RWE verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der Energieversorger baute seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion wie erwartet aus. Damit wächst der durchgerechnete Anteil an Amprion auf 58 Prozent.


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