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Markt und Börse   02.10.2026 09:59:04

Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax vor US-Jobbericht über 25.000 Punkten

FRANKFURT (awp international) - Zwischen Zins- und Inflationssorgen ist der Dax am Freitag robust in den Handel gestartet. Ein Anstieg um gut ein halbes Prozent auf 25.071 Punkte reichte dem Leitindex für eine Rückkehr über die 25.000-Punkte-Marke, die am Vortag erstmals seit Juli wieder unterschritten worden war. Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten legte 0,8 Prozent auf 30.488 Zähler zu.

Die US-Aktienmärkte hatten sich nach dem Xetra-Schluss etwas erholt und die Futures bestätigten diese Tendenz. Auch am Anleihemarkt hat sich die Lage etwas beruhigt nach dem jüngsten Ausverkauf. Sorgen bereitet der Helaba die Lage in Frankreich, da dortige Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen mit einem Aufschlag rentierten, den es zuletzt 2012 während der Euro-Schuldenkrise gegeben habe.

Anleger warten gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Nachmittag Impulse geben dürfte. Laut einem Händler würde ein konjunkturell gutes Signal "das Szenario länger anhaltend hoher Zinsen untermauern" und den Druck auf Risikoanlagen weiter erhöhen. Die Helaba-Experten gehen wegen vorheriger Signale davon aus, dass "keine grundsätzlichen Zweifel an den eingepreisten Fed-Zinserhöhungen aufkommen sollten".

Davor stehen aber noch in der Eurozone die Verbraucherpreise an, bei denen die Helaba auf die bereits vermeldeten Anstiege in grossen Euro-Ländern verweist. Ob damit die Zinserhöhungserwartungen forciert werden, sei angesichts bereits drei eingepreister Zinsschritte fraglich.

Eine Stütze für den Dax waren wieder einmal die Aktien mit KI-Fantasie, darunter die Index-Spitzenreiter Infineon , Siemens Energy und Hochtief mit Anstiegen zwischen 1,6 und 2,6 Prozent.

Gesprächsstoff lieferte eine Kreise-Meldung, wonach der US-Chipkonzern Broadcom mit einem Konsortium an der Beschaffung von 60 Milliarden US-Dollar arbeitet. Angenommen wird, dass diese dann Branchenunternehmen wie dem KI-Plattformbetreiber Anthropic zufliessen werden.

Nachrichtlich standen Sportartikelhersteller im Fokus, nachdem der US-Konkurrent Nike seine Anteile mit einem enttäuschenden Ausblick nach US-Börsenschluss schwer unter Druck gebracht hat. Die Umsatzflaute zwingt die Amerikaner dazu, die Sanierungsstrategie mit einem angekündigten Stellenabbau und umfassenden Geschäftsumbau zu überdenken.

Die Nike-Aktien sackten im ausserbörslichen Handel um mehr als acht Prozent ab, womit sie ihr Jahresminus wohl nochmals deutlich ausweiten. Die Kurse von Adidas und Puma konnten sich davon nicht ganz freimachen, auch wenn die Probleme von Nike laut einem Börsianer weitgehend hausgemacht sind. Das Adidas-Minus betrug zuletzt ein Prozent, während Puma 1,4 Prozent einbüssten.

Im MDax folgte der Kurs von Flatexdegiro schlechten Branchennachrichten um 2,6 Prozent nach unten. Der britische Broker IG brachte seine Aktien mit einem enttäuschenden dritten Quartal und einem gekürzten Ausblick stark unter Druck.

Zwei Analystenkommentare bewegten die Papiere von Hensoldt mit plus 3 Prozent und der Commerzbank mit minus 2 Prozent dann noch in unterschiedliche Richtungen. Beide Fälle knüpften an ähnliche Stimmen vom Vortag an. Nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank ist es nun die kanadische Bank RBC, die ihr positives Votum für das Frankfurter Bankhaus aufgibt. Das Rüstungsunternehmen Hensoldt wurde am Vortag von der Bank of America gelobt und nun sprach Kepler Cheuvreux eine Kaufempfehlung aus.


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