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Markt und Börse   05.10.2026 18:01:05

Aktien Frankfurt Schluss: Stagnation - Anleger sind auf der Hut

FRANKFURT (awp international) - Nach seinen deutlichen Gewinnen zum Wochenschluss ist der deutsche Aktienmarkt am Montag kaum von der Stelle gekommen. Der Leitindex Dax schaffte nach einem durchwachsenen Handelsverlauf noch ein Plus von 0,09 Prozent auf 25.254,21 Punkte. Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten gab um 0,08 Prozent auf 30.426,98 Zähler nach.

Auf der Hut sind Marktteilnehmer aktuell wegen der hohen Ölpreise und wegen der gestiegenen Anleiherenditen in einigen Ländern Europas, etwa Frankreich. Die politische Unsicherheit in Deutschland, Frankreich und Spanien sorgt für Zurückhaltung. So hat Spaniens linker Regierungschef Pedro Sánchez nach dem Scheitern seiner Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot die Flucht nach vorn angetreten und Neuwahlen angekündigt.

"Die Stimmung der Anleger bleibt wankelmütig wie eine Wetterfahne", schrieb Timo Emden, Chefmarktanalyst vom Handelshaus CapTrader und fuhr fort: "Die Investoren hangeln sich von Signal zu Signal und suchen nach einem verlässlichen Navigationspunkt zwischen Inflationssorgen, geldpolitischen Unwägbarkeiten und politischen Fragezeichen in der Eurozone." Die Börse suche aktuell weniger nach Rückenwind, sondern in erster Linie Orientierung und damit einen neuen Fixpunkt.

Insofern ist der Dax von seinem Ende August erreichten Rekordhoch von 26.618 Punkten derzeit ein ordentliches Stück entfernt. Jedoch konnte er sich von seinem am vergangenen Donnerstag erreichten niedrigsten Stand seit Ende Juli bereits wieder etwas erholen, auch dank eines am Freitag schwächer als gedacht ausgefallenen US-Arbeitsmarktberichtes, der Inflations- und Zinssorgen etwas milderte.

Am Montag setzten Anleger nach einem milliardenschweren Übernahmeangebot von Schneider Electric für den US-Softwarekonzern PTC auf Software-Papiere. Im Dax gewannen SAP 0,6 Prozent, im MDax lagen Nemetschek mit plus 4,3 Prozent auf dem ersten Platz. Im Nebenwerteindex SDax zogen die Aktien von Teamviewer um 4,2 Prozent an. Die Papiere von Schneider Electric hingegen rutschten an der Börse in Paris um 10 Prozent ab. Händler führten dies auf den hohen Kaufpreis zurück.

Die US-Bank Morgan Stanley wird für den Reifenhersteller Continental optimistischer, was den Papieren ein Plus von 1,3 Prozent bescherte. Die Anteilscheine böten attraktive kurzfristige Kursimpulse sowie ein oft übersehenes Potenzial für eine langfristige Gewinnsteigerung, schrieb Analyst Javier Martinez de Olcoz.

Unter den schwächsten Werten im MDax weiteten die Aktien von Auto1 ihre jüngsten Verluste aus und fielen um 4,7 Prozent. Analysten reagierten zu Wochenbeginn mit Zielsenkungen auf eine Telefonrunde zu den anstehenden Quartalszahlen. Auto1 müsse zeigen, dass die vorhergesagte Beschleunigung der Geschäfte auch eintreffe, damit das Vertrauen in den Wachstumspfad wiederhergestellt werden könne, schrieb etwa Experte Jo Barnet-Lamb von der Bank UBS.

Im SDax waren die Aktien des Medizintechnikherstellers Carl Zeiss Meditec sehr schwach mit minus 2,8 Prozent. Hier belastete eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs. Analyst Richard Felton begründete seinen Schritt in erster Linie mit dem Auseinanderklaffen der aktuellen Bewertung der Papiere im Vergleich zu seiner Prognose für die Umsatzentwicklung.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,06 Prozent höher bei 6.242,14 Punkten. In London und Zürich ging es etwas deutlicher nach oben. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial trat zum europäischen Handelsende nahezu auf der Stelle.


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