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Unternehmensergebnis   28.10.2026 15:02:17

Logitech mit robustem Quartalsergebnis - Ausblick enttäuscht

Zürich (awp) - Logitech hat ein robustes zweites Quartal 2026/27 abgeliefert. Mit dem Ausblick hat der Unterhaltungselektronik-Konzern aber offenbar nicht den Geschmack der Investoren getroffen. Die Aktie rauscht entsprechend in den Keller.

Konkret stieg der Umsatz auf 1,22 Milliarden US-Dollar - ein Plus zu konstanten Wechselkursen von 2 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Profitabilität verteidigte Logitech. So lag der bereinigte operative Gewinn (Non-GAAP) mit 230,9 Millionen leicht um 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert, teilten die Westschweizer am Dienstag nach US-Börsenschluss mit.

Die bereinigte Bruttomarge legte sogar um deutliche 140 Basispunkte auf 45,2 Prozent zu und hat damit laut CFO Matteo Anversa die eigenen Erwartungen übertroffen. Im Vorjahr war sie noch von den US-Zöllen belastet worden. Der Reingewinn (Non-GAAP) lag um 0,5 Prozent höher bei 216,7 Millionen US-Dollar. Mit den Kennziffern hat Logitech die Konsens-Erwartungen beim Umsatz gut getroffen, bei der Bruttomarge und dem operativen Ergebnis besser abgeschnitten.

Zudem blickt CEO Hanneke Faber mit einer gewissen Zuversicht auf das anstehende Weihnachtsquartal und die "Holiday Season". "Wir erwarten mit Blick auf die "Holiday Season" eine weiterhin gute Stimmung bei den Konsumenten", sagte sie an einer Telefonkonferenz. Gleichzeitig geht sie davon aus, dass die Konsumenten preisbewusst blieben.

Gaming und Video stark

Bei den einzelnen Produktkategorien legte Logitech im grössten Segment Gaming zu (+8%), auch Tastaturen und Computer-Mäuse (je +4%) waren gefragt. Besonders stark lief es bei Video Collaboration (+12%). In den kleineren Kategorien fiel Tablet Accessories indes nach einem starken Vorjahr mit minus von 32 Prozent wieder zurück.

Bei den Regionen hebt CEO Hanneke Faber in der Mitteilung das Wachstum in Americas hervor. Hingegen schnitt die Region Asia-Pacific aufgrund der hohen Vergleichsbasis etwas schwächer ab als im Vorjahr, und auch die Märkte in der Region EMEA zeigten sich nicht zuletzt wegen des Nahostkonflikts etwas gedämpft.

Ausblick und Zulieferer-Ausfall

Das seit den Zahlen zum ersten Quartal bekannte Zulieferer-Problem durch einen Vorfall in einer Fabrik hat derweil offenbar weniger drastische Auswirkungen als zunächst befürchtet. Nun soll der Umsatz im dritten Quartal deswegen lediglich noch um 70 bis 80 Millionen gedrückt werden. Im Sommer war Logitech von bis zu 200 Millionen ausgegangen. Seit September sei die Fabrik wieder geöffnet, die volle Kapazität soll bis Ende des Kalenderjahres wieder erreicht werden.

Für das wichtige Weihnachtsquartal rechnet Logitech dadurch zu konstanten Wechselkursen mit einem maximal stabilen oder bis zu 5 Prozent rückläufigen Umsatz von 1,36 bis 1,43 Milliarden US-Dollar, die Bremswirkung des Zulieferer-Problems ist dabei mit eingerechnet. Der bereinigte EBIT soll zwischen 220 und 255 Millionen Dollar liegen. CFO Matteo Anversa ergänzte an der Telefonkonferenz, dass die Bruttogewinnmarge im Jahresvergleich um rund 200 Basispunkte auf 41 bis 42 Prozent zurückgehen sollte - als Grund nannte er steigende Logistik- und Materialkosten sowie Promotionsausgaben.

Und genau dies stiess dem Markt offenbar sauer auf. Die Aktie rauschte im Tagesverlauf in den Keller und büsste bis zum Nachmittag gut 10 Prozent ein. Analysten lobten zwar das reine Zahlenwerk und die anhaltende Innovationskraft von Logitech. Die Inflation fordere aber nun die Effizienz des Konzerns heraus, so der Tenor.


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