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IPO's, Going Public, Bookbuilding, Greenshoe   09.07.2026 17:50:57

Infracore will nach Börsengang mit öffentlichen Spitälern wachsen

Zürich (awp) - Der Börsengang des Schweizer Spitalimmobilien-Unternehmens Infracore an der Schweizer Börse SIX ist am Donnerstag ohne grosse Kurssprünge über die Bühne gegangen. Die Aktien bewegten sich nur geringfügig.

Am ersten Handelstag an der SIX gingen die Aktien von Infracore bei 54,00 Franken aus dem Handel und damit genau auf dem Ausgabepreis. Im frühen Handel fielen die Aktien noch um bis zu 3,7 Prozent auf 52 Franken, ehe sie sich im Handelsverlauf wieder erholten. Zwischenzeitlich lagen sie sogar leicht im Plus.

Kurzfristige Kursbewegungen am ersten Handelstag spielen für das Unternehmen aber keine Rolle. "Wir haben eine langfristige Vision und ein resilientes Businessmodell", sagte Firmenchef Eric Frey im Rahmen des IPO-Events in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Der Börsengang solle vor allem die Sichtbarkeit erhöhen, Wachstum ermöglichen und das Geschäftsmodell in der Schweiz stärker verankern.

IPO soll Wachstum vorantreiben

Infracore hatte seine Börsenpläne Mitte Juni bekanntgegeben. Mit dem Geld aus dem Börsengang - rund 200 Millionen Franken - will der auf Gesundheitsimmobilien spezialisierte Konzern unter anderem seine Projektpipeline finanzieren, ein Aktionärsdarlehen teilweise zurückzahlen und seine Kapitalstruktur für weiteres Wachstum stärken. Gleichzeitig soll die Börsenkotierung die Visibilität erhöhen.

Infracore will nach dem Börsengang vor allem bei öffentlichen und mittelgrossen Spitälern wachsen. Regional nannte Frey insbesondere Bern, den Berner Jura sowie die Deutschschweiz als wichtigste Wachstumsregionen. Im Tessin und in der Westschweiz sei Infracore bereits gut positioniert.

1,4 Milliarden Franken schweres Portfolio

Infracore hält und bewirtschaftet ein Portfolio im Wert von rund 1,4 Milliarden Franken, bestehend aus 47 Liegenschaften an 19 Standorten in der Schweiz. Dabei stellt die Gesellschaft zwar die Infrastruktur für die medizinischen Dienstleistungen der Mieter, ist aber nicht am eigentlichen Betrieb beteiligt.

Zu den Liegenschaften im Infracore-Portfolio zählen unter anderem die Clinique Générale-Beaulieu in Genf, die Privatklinik Bethanien in Zürich, die Clinique de Montchoisi in Lausanne, sowie die Clinica Sant'Anna im Tessin. Zuletzt kam zudem das See-Spital in Horgen hinzu. Dabei handelt es sich laut Infracore um die erste Sale-and-Leaseback-Transaktion des Unternehmens mit einem öffentlichen Spital.

Modell soll bekannter werden

Im Sale-and-Leaseback-Modell erwirbt Infracore Spitalimmobilien vom Betreiber und vermietet sie langfristig an diesen zurück. Solche Sale-and-Leaseback-Modelle seien in der Schweiz noch wenig verbreitet, sagte Finanzchef Nicolas Schmid. In anderen Ländern seien sie dagegen bereits deutlich etablierter.

Für Spitäler liege der Vorteil darin, dass sie sich stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren könnten. "Der Mieter kann sich auf das fokussieren, was er am besten kann", sagte Schmid. Gemeint ist die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.

Frey betonte, dass Spitalbetreiber in erster Linie Gesundheitsdienstleister und keine Immobilienunternehmen seien. Durch den Verkauf der Immobilien könnten sie Liquidität schaffen, ihre Bilanz entlasten und Mittel für Investitionen freisetzen - etwa in IT, Operationssäle oder in den medizinischen Betrieb.

Zu möglichen nächsten Transaktionen äusserte sich Infracore nicht konkret. Gespräche mit Spitälern seien vertraulich und liefen teils über lange Zeiträume.


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