ZKB fährt im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordgewinn ein
Zürich (awp) - Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordgewinn erzielt. Ein stabiles Zinsgeschäft wurde von deutlich höheren Erträgen in anderen Bereichen gestützt. Gleichzeitig flossen der Bank weitere Kundengelder zu.
Unter dem Strich stieg der Halbjahresgewinn der ZKB um 1,7 Prozent auf 679 Millionen, wie die Bank am Freitag mitteilte. Das sind zwei Millionen mehr, als die ZKB im bisherigen Rekordhalbjahr 2023 geschrieben hatte.
Profitierte die Bank seinerzeit vor allem von den wieder gestiegenen Zinsen, hat sich die ZKB mittlerweile unabhängiger vom Zinsgeschäft gemacht. Besonders stark entwickelten sich die Erträge mit Kommissionen und Dienstleistungen.
Noch eindrücklicher ist das Gewinnplus, wird ein Sondereffekt aus dem Vorjahr berücksichtigt. Im ersten Semester 2025 hatte die ZKB einen ausserordentlichen Erfolg von 62 Millionen Franken verbucht, der hauptsächlich auf den Verkauf der Zürcher Kantonalbank Österreich zurückging.
Zinsergebnis wächst mit den Ausleihungen
Daher lohnt sich der Blick auf den Geschäftserfolg, der bei Banken als Mass für die operative Leistung gilt. Und dieser kletterte bei der ZKB ersten Semester um deutliche 12,1 Prozent auf 783 Millionen Franken in die Höhe.
Das klassische Zinsgeschäft bleibt bei der ZKB zwar der wichtigste Ertragspfeiler. Er steuerte aber mit einem Nettoerfolg von 836 Millionen Franken nur noch knapp die Hälfte zum gesamten Geschäftsertrag von 1,70 Milliarden bei. Im bisherigen Rekordhalbjahr 2023 waren es noch rund 55 Prozent.
Trotz der seit mehr als einem Jahr geltenden Nullzinsen vermochte die ZKB ihren Überschuss aus dem Zinsgeschäft aber um weitere 1,7 Prozent zu steigern. Geholfen hat dabei das Volumenwachstum. Die Hypothekarforderungen etwa erhöhten sich seit Ende 2025 um 2,0 Prozent auf 113,4 Milliarden Franken.
Freundliches Börsenumfeld hilft
Als wichtiger Wachstumstreiber erwies sich erneut das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Erfolg erhöhte sich um 12,9 Prozent auf 598 Millionen Franken. Ausschlaggebend war vor allem das Wertschriften- und Anlagegeschäft, das einen Anstieg der Kommissionserträge um 12,6 Prozent verzeichnete.
Das kleinere Handelsgeschäft wuchs um 4,7 Prozent auf 244 Millionen.
Dem um 6 Prozent gestiegenen Geschäftsertrag stand ein deutlich geringerer Anstieg des Geschäftsaufwands von 1,6 Prozent gegenüber. Während der Sachaufwand um 1,6 Prozent sank, erhöhten sich die Personalkosten um 2,9 Prozent. Hintergrund ist der weitere Ausbau des Personalbestands durch die ZKB.
ZKB zieht viel Neugeld an
Sehr positiv war auch die Entwicklung bei den Kundenvermögen, die seit Jahresbeginn um 31,9 Milliarden auf 610,8 Milliarden Franken zunahmen. Davon entfielen 527,2 Milliarden auf die von der ZKB verwalteten Vermögen.
Das Wachstum wurde einerseits von der Entwicklung der Finanzmärkte getrieben - ihr Beitrag lag bei 18,9 Milliarden - aber nicht nur. Der ZKB flossen von Januar bis Juni netto Neugelder in der Höhe von 10,5 Milliarden Franken zu.
Das Fazit des ZKB-Chefs Urs Baumann mutet angesichts der Rekordergebnisse schon fast bescheiden an. Er gehe für 2026 von einem "insgesamt ansprechenden" Jahresergebnis aus, wird er in dem Communiqué zitiert.
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