Aktien Schweiz Schluss: Anleger meiden Aktien vor dem Osterwochenende
Zürich (awp) - Angesichts schwindender Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende haben sich die Anleger am Gründonnerstag von den Aktien ins Osterwochenende verabschiedet. Die Rede von US-Präsident Donald Trump zur Nation und die daraufhin deutlich steigenden Ölpreise haben eine dreitägige Erholungsphase an der Schweizer Börse und den anderen grossen Börsen weltweit gestoppt. Auch die Edelmetalle gingen auf Talfahrt.
Trumps Rede an die Nation sorgte für Ernüchterung, nachdem der US-Präsident am Vortag noch Hoffnungen auf ein Kriegsende im Iran geschürt hatte. "Während der US-Präsident einerseits das Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen als greifbar nah skizzierte, jonglierte er im nächsten Satz mit Szenarien, die den Iran zurück in die 'Steinzeit' befördern könnten", hiess es in einem Kommentar eines Marktbeobachters. "Solche rhetorischen Volten sorgen natürlich für Verunsicherung, zumal die Entsendung weiterer Truppen und Flugzeuge eine deutliche Sprache spricht, die eher nach Bodenoffensive als nach diplomatischem Ausklang klingt."
Für etwas Entspannung sorgte am späten Nachmittag dann eine Meldung der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna, wonach der Iran derzeit an einem Protokoll mit dem Land Oman zur Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus arbeite. Dabei gehe es unter anderem um eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge, hiess es unter Berufung auf den stellvertretenden iranischen Aussenminister. Die Börsen bauten daraufhin ihre Verluste deutlich ab.
Auch der Anstieg der Ölpreise wurde etwas gebremst. So kostete das Fass der Nordseesorte Brent (159 Liter) zur Auslieferung im Juni noch 107 Dollar (+5,6%), nachdem der Preis zeitweise über 110 Dollar gestiegen war. Am Vortag war der Preis wegen der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs zeitweise noch unter die Marke von 100 Dollar gefallen.
SMI deutlich im Minus
Der SMI schloss am Donnerstag um 0,07% tiefer auf 12981,97 Punkten. Die Schwankungen waren aber gross: Zeitweise war der Leitindex auf ein Tagestief von 12'861 Punkten abgesackt, erholte sich dann aber wieder und kletterte kurzzeitig gar über die Marke von 13'000 Punkten. Der SMIM für die mittleren Werte verlor 0,12 Prozent auf 2949,33 Punkte und der breite SPI sank um 0,06 Prozent auf 18'123,68 Punkte.
In der verkürzten Börsenwoche hat der SMI damit ein Plus von 3,3 Prozent geschafft. Allerdings hatten sich viele Investoren schon in die Osterfeiertage verabschiedet. Die Handelsvolumina waren dünn. Am Karfreitag und Ostermontag findet kein Handel statt.
Zu den grössten Verlierern gehörten gewisse Technologiewerte und Zykliker. Die rote Laterne hielt Amrize (-1,8%) vor Geberit (-1,3%) und VAT (-1,3%). Holcim büssten 0,9 Prozent ein. Allerdings hatten die zyklischen und energieintensiven Werte am Vortag zu den Top-Gewinnern gehört. Anleger brachten ihre Kursgewinne also ins Trockene. SGS (-2,0% oder -1,70 Fr.) sahen nur optisch schlecht aus nach der Zahlung der Dividende von 3,20 Franken je Aktie. Ohne diesen Effekt hätte der Titel zugelegt.
An die Spitze der Gewinner kletterten die zuvor gebeutelten Kühne+Nagel (+1,6%), nachdem die iranischen Gespräche über die Strasse von Hormus an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Ebenfalls auf der Kaufliste standen die defensiven Werte wie Swisscom (+0,8%) und Lindt & Sprüngli (+0,7%). Die Versicherungen schlossen ebenfalls im grünen Bereich.
Die Schwergewichte gingen uneinheitlich aus dem Handel: Nestlé (-0,03%) und Roche (-0,09%) zeigten leichte Verluste, während Novartis (+0,2%) etwas fester notierten.
In den hinteren Reihen gab es nach Unternehmenszahlen teils heftige Ausschläge: So sackten die Titel von Montana Aerospace um 9,4 Prozent ab. Mögliche Gründe seien unerfüllte Dividendenhoffnungen und überhöhte Wachstumserwartungen ans Unternehmen, erklärten Börsianer. Bei Asmallworld ging es nach Zahlen dagegen um 9,8 Prozent nach oben. Lastminute stiegen nach den Jahresergebnissen um 1,3 Prozent. Auch Aevis (+1,2%) waren fester.
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