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Markt und Börse   03.04.2025 07:10:09

Trumps Zollkeule bringt Finanzmärkte in Aufruhr

Zürich (awp) - Für die weltweiten Finanzmärkte zeichnet sich ein rabenschwarzer Handelstag ab - auch für die Schweizer BörseI. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend seine lang erwarteten Zoll-Pläne vorgelegt.

Dabei trifft das von Trump verkündete Mega-Zollpaket nicht alle Handelspartner der USA gleichermassen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben. Für die Schweiz hat der Präsident sehr hohe Zölle von 31 Prozent angekündigt.

Für den SMI zeichnet sich aktuell ein Minus von mehr als 1 Prozent zum Handelsstart ab. Der Broker IG taxiert den Leitindex gegen 6.45 Uhr auf 12'431 Punkte, was einem Minus von annähernd 130 Punkten gegenüber dem Schlusskurs bedeutet. Bereits am Mittwoch war das Barometer im Vorfeld der Zoll-Ankündigungen deutlich schwächer (-0,8%) aus dem Handel gegangen.

___ Nikkei mehr als 3 Prozent im Minus

Während in Asien die Börsen bereits mit deutlichen Abgaben auf die Nachrichten reagieren - der japanische Nikkei etwa verliert 3,6 Prozent - zeichnet sich auch für die europäischen und US-Börsen ein schwacher Start ab. Der Deutsche Dax wird mit Abgaben von 2 Prozent erwartet und auch die Futures für die Wall Street deuten tiefrote Kurse an.

Im Gegenzug sind sichere Häfen gesucht. So ist der Goldpreis in der Nacht auf einen Rekord von 3167,84 US-Dollar geklettert. Zuletzt wurde die Feinunze bei 3149 Dollar gehandelt.

___ Dollar wird gemieden

Am Devisenmarkt wiederum wird der US-Dollar gerade gemieden. Das Euro/Dollar Paar notiert aktuell bei 1,0911. Am Mittwochabend ging es noch zu 1,0856 über den Tisch.

Auch zum Franken verliert der Greenback an Boden. So werden aktuell 0,8760 Franken je Dollar gezahlt. Am Vorabend musste man noch 0,8824 Franken über den Tresen reichen.

Mit Blick auf die Schweiz sollten Investoren zunächst ein Auge auf die Pharma und Uhrenbranche haben. Während Pharmaexporte mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte ausmachen, stellen die USA für die Uhrenbranche den wichtigsten Auslandsmarkt dar, fasst es der Anlagestratege Arthur Jurus von Oddo BHF in einem Kommentar zusammen.

Für Claude Maurer vom Bak Economics ist mit den Zöllen "am 2. April viel an Rechtssicherheit im internationalen Handel verlorengegangen". Machtpolitik trete an die Stelle von regelbasiertem Handeln. Fakt sei, dass alleine die Unsicherheit bereits enorme Kosten in Form von verlorener Wirtschaftsleistung verursache.


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