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Markt und Börse   14.01.2026 18:15:16

Aktien Schweiz Schluss: SMI setzt Höhenflug fort

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch den Aufschwung ungeachtet der schlechteren Stimmung an den anderen grossen Handelsplätzen Europas und Amerikas fortgesetzt. Treiber waren die Schwergewichte und andere defensive Titel. Trotz geopolitischer Unsicherheiten hat der Leitindex SMI im Tagesverlauf einen weiteren Rekordwert erklommen, diesen aber bis Börsenschluss nicht halten können.

"Normalerweise schauen Anleger in Europa eher neidisch auf die Börsen in New York. Doch aktuell ist das wohl eher umgekehrt", kommentierte ein Händler die Entwicklung. Denn der Wall Street macht der Angriff von US-Präsident Donald Trump auf Fed-Chef Jerome Powell zu schaffen. Auch eine mögliche Eskalation im Iran oder Grönland dämpft die Laune in Übersee. An der Wall Street indes mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Korrektur, auch weil die Favoriten des jüngsten Bullenmarktes, die Technologieaktien, nicht mehr so richtig in Schwung kommen, erklärte ein Analyst. Zudem zeigten sich einige US-Bankenaktien nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen schwach. Der SMI kann in diesem Umfeld seine Qualitäten als sicherer Hafen offenbar ausspielen.

Der SMI ging mit einem Plus von 0,75 Prozent auf 13'464,84 Punkten aus dem Handel. Am Nachmittag hatte der Leitindex mit 13'489,51 Zählern ein Allzeithoch aufgestellt, war aber an der Marke von 13'500 Punkten abgeprallt. Der 30 Titel umfassende SLI gewann 0,60 Prozent auf 2174,02 und der breite SPI legte um 0,76 Prozent auf 18'543,84 Punkte zu. Im SLI standen 19 Gewinner elf Verlierern gegenüber.

An der Spitze der Gewinner standen Kühne+Nagel (+4,3%). Goldman Sachs hat die Titel des Logistikers gleich um zwei Stufen von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Die Analysten bevorzugen nun Unternehmen mit einem stärkeren "Asset-light"-Ansatz und darunter falle auch Kühne+Nagel.

Stark gefragt waren auch Titel aus dem Gesundheitssektor wie Sandoz (+3,4%) oder Galderma (+1,7%). Ebenso waren die Schwergewichte Novartis (+2,1%) und Roche (+0,9%) eine Stütze des SMI.

Das dritte Schwergewicht Nestlé (+1,8%) machte nach den jüngsten Verlusten rund um den Rückruf von Babynahrung wieder etwas an Boden gut. Konzernchef Philipp Navratil hat sich in einer Videobotschaft bei Eltern und Betreuern von Babys für die entstandene Verunsicherung entschuldigt. Er bekräftigte auch, dass es bislang keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den Produkten gebe.

Sika (+1,2%) zeigten nach den massiven Vortagesverlusten von fast 10 Prozent eine Gegenbewegung. Und dies, obwohl Analysten reihenweise ihre Kursziele für den Bauchemiekonzern gesenkt haben. Denn es gab auch verteidigende Kommentare der Berenberg Bank und Octavian.

Weit oben bei den Gewinnern waren auch die defensiven Swisscom und Swiss Re (je +1,8%), ohne dass Nachrichten vorlagen.

Vom Rekordüberschuss des chinesischen Aussenhandels konnten nur Swatch (I +3,4%) profitieren, während Konkurrent Richemont nach anfänglichen Gewinnen im Minus (-0,3%) schlossen. Die robusten Exporte Chinas sorgen für Hoffnung auf eine baldige Erholung in dem wichtigen Absatzland.

Die rote Laterne hielten Amrize (-2,8%) und VAT (-1,4%). Bei VAT, die am (morgigen) Donnerstag ihren Jahresumsatz vorlegen, erwarten Anleger weiter nur moderate Zahlen. Auch andere Techwerte wie AMS Osram (-1,8%) oder Inficon (-0,6%) gaben im Kielwasser der schwachen US-Techbörse Nasdaq nach.

UBS büssten angesichts der wenig überzeugenden Ergebnisse mehrerer US-Grossbanken um 0,5 Prozent ein.

Am breiten Markt kam es zu Kurskapriolen bei Autoneum (-6,7%). Die UBS hat nach der starken Entwicklung des Aktienkurses die Einstufung auf "Neutral" zurückgenommen. Derweil profitiert Ems Chemie (+8,1%) von einer Hochstufung aus gleichem Haus. Die UBS empfiehlt die Titel als eine der ersten nun zum Kauf.

Auch bei anderen Titeln sorgten Kurszieländerungen für teils kräftige Bewegungen. So kletterten Comet (+2,9%) nach einer Studie der UBS, während Cicor (-5,6%) unter einer Kurszielsenkung von Oddo BHF litten. Bei Swissquote (-4,8%) hat die UBS die "Sell"-Empfehlung bekräftigt und das Kursziel nochmals reduziert. Komax tauchten nach einer Kurszielsenkung durch Kepler Cheuvreux um 4,8 Prozent.


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