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Markt und Börse   27.01.2026 18:15:11

Aktien Schweiz Schluss: SMI lässt sich von schlechten US-Daten nicht bremsen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag klar im Plus geschlossen. Der Aufwärtstrend liess sich nur kurzzeitig von schlechten Daten aus den USA bremsen. Dort sackte das Vertrauen der Konsumenten auf den niedrigsten Stand seit 2014 ab. Rückenwind gab es dagegen von der Wall Street, die nach dem Grönland-Schock und der leichten Entwarnung am WEF in Davos jetzt wieder Tritt gefasst habe, erklärte ein Marktteilnehmer.

Gerade die Technologieaktien trieben im Vorfeld wichtiger Zahlen vom Mittwoch und Donnerstag den Nasdaq-Index nach oben. Mit Apple, Meta, Microsoft und Tesla startet eine Reihe von US-Schwergewichten in die Berichtssaison. Hierzulande legt mit Logitech am Dienstagabend nach Börsenschluss in Amerika das erste von insgesamt fünf SMI-Unternehmen in der laufenden Woche Zahlen vor, gefolgt von Lonza, ABB, Givaudan und Roche in den kommenden zwei Tagen. Allerdings blieben die Anleger im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank vorsichtig, hiess es am bei Händlern. Die grosse Mehrheit der Marktbeobachter geht davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen in dieser Woche unverändert belässt. Gleichzeitig könnte sich jedoch eine Vorentscheidung über die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell abzeichnen.

Der SMI legte bis Börsenschluss um 0,56 Prozent zu auf 13'216,23 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI kletterte ebenfalls um 0,56 Prozent auf 2139,76 Zähler und der breite SPI um 0,59 Prozent auf 18'295,85 Zähler. Im SLI kamen auf 23 Gewinner lediglich 7 Verlierer.

An der Tabellenspitze standen mit deutlichem Abstand die Swisscom-Aktien (+4,0% auf 629,50 Franken). Das ist der höchste Kurs seit dem Platzen der Internetblase im März 2000. Der Telekomkonzern hatte am Morgen Preiserhöhungen für Millionen Privatkunden angekündigt, was nach Analystenschätzungen einen zweistelligen Zusatzumsatz pro Jahr bringen dürfte.

Dahinter lag der Techwert VAT (+2,4%), der von der kräftigen Entwicklung an der Nasdaq hochgeschwemmt wurde. In der zweiten Reihe verteuerten sich Comet (+3,7%) und Inficon (+3,2%) ebenfalls überdurchschnittlich.

Gefragt waren auch Sandoz (+2,0%) und ABB (+1,8%). Der Technologiekonzern profitierte von einer Hochstufung auf "Buy" durch Kepler Cheuvreux. Wenn der Konzern am Donnerstab seine Zahlen vorlegt, wird er dies das erste Mal ohne die verkaufte Robotics-Sparte tun. Tendenziell gehen die Experten davon aus, dass ABB auch im vierten Quartal Rückenwind vom Rechenzentren-Boom und einer gestiegenen Nachfrage der Versorger hatte, während das Geschäft im chinesischen Wohnimmobilienmarkt erneut geschwächelt haben dürfte.

Deutlich im Plus lagen Finanzwerte wie Julius Bär (+1,6%) und UBS (+1,1%). Uneinheitlich war die Lage bei den Versicherern: Während HelvetiaBaloise (+1,1%) und Swiss Life (+0,9%) fester notierten als der Gesamtmarkt, hinkten Swiss Re (+0,3%) und Zurich (+0,2%) hinterher.

Als Stützen für den Leitindex erwiesen sich die Schwergewichte Nestlé (+1,4%) und Novartis (+0,6%). Novartis konnte offenbar von einer Branchenstudie der Citigroup profitieren, in der Novartis und Roche GS mit "Buy" wieder aufgenommen wurden. Roche GS hingegen schlossen im Minus (-0,1%), obwohl er noch positive Studienergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten gegen starkes Übergewicht veröffentlichte.

Am Tabellenende standen Sonova (-2,9%). Die Aktien wurden von vermeintlich enttäuschenden regulatorischen Vorgaben in den USA belastet. Die zuständige Bundesbehörde Centers for Medicare & Medicaid Services hatte angekündigt, die Zahlungen an private Medicare-Versicherungen für die sogenannten Advantage-Pläne im nächsten Jahr quasi unverändert lassen zu lassen. Analysten hatten einen Anstieg von bis zu 6 Prozent erwartet.

Regelrechte Kurssprünge vollzogen derweil Siegfried (+13,5%). Der Pharmazulieferer hatte die Übernahme von drei Produktionsstandorten für Wirkstoffe in den USA und Australien bekannt gegeben.

Auch die Gurit-Aktien sprangen um 11,7 Prozent nach oben. Die Zürcher Kantonalbank verwies in einer Studie auf deutliche Fortschritte bei der Restrukturierung und stufte die Titel gleich doppelt hoch.

Zu den grössten Verlierern zählten hingegen Meier Tobler (-6,2%), nachdem das Haustechnikunternehmen enttäuschende Vorabzahlen für das vergangene Geschäftsjahr veröffentlicht hatte.


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