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Markt und Börse   28.01.2026 18:15:09

Aktien Schweiz Schluss: Von schwachem Dollar und US-Zinssitzung ausgebremst

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch in tiefrotem Terrain beendet. Der Leitindex SMI geriet phasenweise sehr nahe an die Marke von 13'000 Punkten, konnte sie aber knapp halten. Die Ausschläge der Einzeltitel waren - auch im SMI - relativ gross. Zum Teil waren Quartals- oder Jahresresultate der Auslöser, zum Teil aber auch Neueinstufungen durch Analysten-Häuser.

Händler sprachen von Zurückhaltung im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend nach hiesigem Börsenschluss. Hinzu kam auch der vor allem am Vortag schwache US-Dollar, der für gewisse Schweizer Firmen durchaus ein Problem werden könnte. Eine Zinssenkung des Fed wird derweil am Markt nicht erwartet. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass US-Präsident Donald Trump in diesem Zusammenhang weitere Attacken gegen Fed-Chef Powell reite, was die Zweifel an der langfristigen Unabhängigkeit des Institutes und damit die latente Unsicherheit der Investoren weiter anheizen würde.

Der SMI beendete den Tag 1,46 Prozent tiefer auf 13'023,81 Punkten, das Tagestief war mit 13'007 noch ein paar Punkte darunter. Gegenüber dem bisherigen Jahreshoch am 15. Januar bei 13'529 hat der Index damit über 500 Punkte eingebüsst. Der 30 Titel umfassende SLI gab 1,43 Prozent auf 2108,15 Punkte nach, wobei sich zum Schluss 22 Verlierer und acht Gewinner gegenüberstanden. Der breite Markt gemessen am SPI büsste derweil 1,42 Prozent auf 18'035,41 Zähler ein.

Grösste Verlierer bei den Blue Chips waren am Ende des Tages Logitech (-5,2%) nach den am Vorabend präsentierten Quartalszahlen. Im Tagesverlauf zeigten sie sich dabei extrem volatil: Anfänglich waren sie sogar im Plus, im Tiefpunkt am Nachmittag gab es ein Minus von rund 10 Prozent. Analysten verwiesen in ihren Kommentaren zwar auf starke Zahlen im wichtigen Weihnachtsquartal, wiesen zugleich aber auf bestehende Unsicherheiten im Ausblick hin. Die gehandelten Volumen waren dabei extrem hoch: es wurde fast das Vierfache eines normalen Handelstages umgesetzt.

Klar im Minus schlossen nach einem zunächst festen Start auch die Aktien von Lonza (-2,1%) nach Zahlen. Der Pharmazulieferer ist 2025 nicht zuletzt dank des Kaufs einer grossen Produktionsanlage von Roche in Kalifornien deutlich gewachsen. Die Guidance für 2026 wurde von Marktteilnehmern jedoch als eher zurückhaltend interpretiert.

Als massgebliche Belastung für den hiesigen Markt erwies sich indes die Pharmabranche. Vor allem die Branchengrössen Roche (-3,3%) und Novartis (-2,0%), aber auch die Titel des Generika-Herstellers Sandoz (-4,1%) oder des Hautpflegekonzerns Galderma (-2,5%) schlossen deutlich tiefer. Auf den Kurs gedrückt haben dürfte laut Händlern ein Entscheid in den USA, der den Spielraum für höhere Medikamentenpreise einschränkt. Für die Branche sei dies zwar nur indirekt relevant, dennoch dürfte die Unsicherheit im Sektor weiter zunehmen, hiess es. Zum Teil wurde allerdings auch auf Gewinnmitnahmen verwiesen, zumal alle genannten Titel in den letzten Wochen und Monaten einen starken Lauf gehabt hätten.

Unter den schwächsten Werten waren auch Julius Bär (-4,4%). Die Bank wird Anfang nächster Woche ihre Zahlen präsentieren. Händler verwiesen einerseits auf Gewinnmitnahmen. Auslöser sei dabei vor allem der schwache US-Dollar gewesen, da bei Bär die Assets zu einem grossen Teil in Dollar, die Kosten aber grösstenteils in Franken seien.

Grösster Gewinner waren derweil Partners Group (+1,5%), die von einer Hochstufung durch Kepler Cheuvreux profitierten. Ein Plus von bis zu 0,6 Prozent gab es ausserdem noch bei Swisscom, Zürich, Sika, Swiss Life, Givaudan, Lindt sowie Helvetia Baloise.

In den hinteren Rängen zeigten sich erneut Gurit (+12%) sehr stark. Die Jahresperformance liegt damit bereits bei rund 90 Prozent, was klar das Top im Schweizer Markt ist. SIG (+2,5%) legten auch weiter zu dank einer Studie der Citigroup. Orior (+4,3%) profitierten von Vorabzahlen, Sunrise (+3,1%) zogen nach starkem Vortagesplus weiter an.

Dagegen sorgte eine Herunterstufung bei den Aktien des Stromkonzerns BKW (-4,3%) für erneute Abgaben. Die ZKB hat gleich eine doppelte Rückstufung vorgenommen. Auch Autoneum (-5,4%) verloren deutlich wegen einer Analysten-Studie.


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